Schweizerische Heraldische Gesellschaft
Société Suisse d'Héraldique
Società Svizzera di Araldica

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Suraua und Donat, zwei neue Gemeinden in Graubünden
Artikel aus Schweizer Archiv für Heraldik, Heft 2003-II

 

Vor 1851 bestanden in Graubünden nur 48 Gerichtsgemeinden. Durch die Gründung des Bundesstaates musste die bündnerische Gesetzgebung an das eidgenössische Recht angepasst werden, was auch in Graubünden zur Einführung der Gewaltentrennung führte. Die alten Gerichtsgemeinden gingen in den Gerichtskreisen auf und die damaligen, sogenannten Nachbarschaften übernahmen die Funktion der politischen Gemeinden. Das führte zu einer eigentlich nicht gewollten Aufsplitterung in zahlreiche Klein- und Kleinstgemeinden.

In den letzten Jahren wurden diese Klein- und Kleinstgemeinden zunehmend mit den Problemen konfrontiert, die sich aus den Verwaltungsaufgaben stellten. Für das Bewältigen der Aufgaben aus der Wasserversorgung, der Abwasserreinigung, der Feuerwehr, des Schulwesens und weiterer Aufgaben wurden Zweckverbände geschlossen. Weil mehrere Gemeinden beteiligt sind, werden die Entscheidungswege entsprechend umständlich. Mit einem Zusammenschluss der betroffenen Gemeinden zu einer einzigen fallen diese und oft auch etliche andere Nachteile weg.

Suraua

Die Gemeinden Camuns, Surcasti, Tersnaus und Uors-Peiden schlossen sich per 1. Januar 2002 zur Gemeinde Suraua zusammen. Die vier Gemeinden bilden eine geografische Einheit. Sie befindet sich mit Ausnahme der Fraktion Peiden auf de rechten Seite des Glenners, welcher das Lugnez in eine obere linke und in eine untere rechte Talseite trennt. Während das Oberlugnez durch die Verbindungsstrasse Ilanz-Vrin erschlossen wird, liegen die vier Gemeinden von Suraua an der Verbindungsstrasse Ilanz-Vals. Um vom Oberlugnez auf die andere Talseite zu gelangen, muss am Talboden der Glenner überquert werden. Danach erreicht man „Suraua“, das Gebiet „über dem Wasser“, welches die vier Gemeinden umfasst. Daher stammt auch der einheitliche geografische Begriff und der neue Gemeindename „Suraua“.

Die Schaffung des neuen Wappens für die Gemeinde Suraua ist der Jugend überlassen worden, um dadurch die Identifikation der jungen Generation mit der neu geschaffenen Gemeinde zu fördern. Das Wappen ist aus einem Wettbewerb unter der Jugend von Suraua hervorgegangen und von der Gemeindeversammlung genehmigt worden. Es standen verschiedene Varianten zur Auswahl, die Gemeindeversammlung hat die endgültige Auswahl dem Jugendverein überlassen. Das Wappenbild versucht die historischen Gegebenheiten sichtbar zu machen. Die vier ehemaligen Gemeinden (goldener, vierstrahliger Stern) „über dem Wasser“, an den Flüssen Valser Rhein und Glenner, die als dreiwelliger Flusslauf dargestellt sind, schliessen sich zu einer neuen Gemeinde Suraua zusammen. Der silberne Ring umfasst die vier Sternstrahlen und soll die Vereinigung der vier ehemaligen Gemeinden versinnbildlichen. Der grüne Hintergrund symbolisiert die Wiesen und Wälder, in denen die Gemeinde eingebettet ist.

Dieses ansprechende Wappen ist originell und in Bezug auf das Motiv (vierstrahliger Stern bzw. Windrose) unter den Schweizer Gemeindewappen einzigartig. Die Ähnlichkeit mit dem Emblem des Nordatlantik-Militärbündnisses NATO ist sicher nicht gesucht worden, sondern hat sich nun zufällig ergeben.

Donat

Die Gemeinden Donath und Patzen-Fardün vereinigten sich per 1. Januar 2003. Die Gemeinden im Schams sind erst im 19. Jahrhundert entstanden. Vorher bildeten die damaligen Nachbarschaften ein Gericht und die Landschaft Schams, welcher das Land, der Wald und die Alpen gehörten. Der Ausscheidung der politischen Gemeinden folge die Waldteilung zwischen den Gemeinden auf der rechten Talseite und der Bergschaft. Auf eine Aufteilung der Weiden und Alpen auf die neuen Gemeinden am Schamserberg wurde verzichtet. Diese werden bis heute von der Korporation Bergschaft Schams verwaltet. Die Bergschaft Schams umfasst die Gemeinden Casti-Wergenstein, Clugin, Donath, Lohn, Mathon, Patzen-Fardün und Rongellen.

Die neue Gemeinde Donat legt Wert auf die korrekte Schreibart in romanischer Sprache, d.h. ohne „h“ am Schluss. Sie legte sich auch ein neues Wappen zu, das jedoch wegen dem Verstoss gegen die heraldische Farbregel die Heraldiker kaum zu begeistern vermag. Neuschöpfungen von Wappen bei Gemeindefusionen sind häufig gewissen Vorgaben und Einschränkungen unterworfen und stark mit Emotionen verknüpft. Da das Wappen vielfach als Teil der Identität betrachtet wird, darf dessen Akzeptanz bei der Bevölkerung nicht ausser Acht gelassen werden. Im Fall von Patzen-Fardün und Donath bestand seitens der Gemeinden die Vorgabe, die bisherigen Gemeindewappen zu einem neuen zusammenzuführen. Die kantonale Wappenkommission erachtete den Verstoss gegen die heraldische Farbregel ausnahmsweise als tolerierbar, da dafür in der schweizerischen Heraldik zahlreiche Präzedenzfälle bestehen. Neue Gemeindewappen werden von der kantonalen Wappenkommission geprüft und von der Kantonsregierung genehmigt. Es ist der Kommission ein Anliegen, dass neue Gemeindewappen regelkonform gestaltet werden und dass sich die Betroffenen damit identifizieren können. Sie wird sich künftig bei problematischen Fällen von Fachstellen beraten lassen.“

Auffallend ist, dass beide Gemeindewappen doch nicht unverändert zusammengefügt wurden: Der schwerttragende Greif von Donath wurde entwaffnet und das rote Schwert von Patzen-Fardün versilbert. Soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass sich die beiden Gemeinden friedliebend zusammenfanden und der Greif sein Schwert nicht gegen die Nachbargemeinde erhebt und das Schwert der anderen Gemeinde vom Blut gesäubert wurde?

Das Vereinigen von zwei Wappen in ein einzelnes ist nicht ganz unproblematisch, wie das neue Wappen von Donat zeigt. Doch welche Zukunft ist diesem Wappen beschieden? Die Entwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit im Schams ist ein Prozess, welcher von Jahr zu Jahr ein neues Strukturbild ergibt. Mit der Vereinigung der Gemeinden Donath und Patzen-Fardün wurde in dieser Entwicklung ein neuer Markstein gesetzt. Auch die neu fusionierte Gemeinde Donat wird in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten sich mit weiteren Gemeinden zusammenschliessen – und die Frage nach dem Wappen wird sich wieder stellen. Emotional geladene Diskussionen wegen einem neuen Gemeindewappen sind auch in der übrigen Schweiz zu verzeichnen. Im Gegensatz zum Mittelland sind die Einwohner eines Dorfes in den Alpen aber weit mehr als nur eine Dorfgemeinschaft. Mit Blick auf die unberechenbaren Naturgewalten handelt es sich um echte Schicksalsgemeinschaften. Die Identifikation mit dem Dorf und den Nachbarn ist dementsprechend ausgeprägter und das Bedürfnis nach einem verbindenden Zeichen verständlich. Es ist nicht untersagt, die durch Fusionen ungültig gewordenen Gemeindewappen und Gemeindefahnen weiter zu verwenden. Jedes Dorf soll als Ausdruck der Verbundenheit ihrer Bewohner die ehemaligen Gemeindefahnen nun als Dorffahnen weiter verwenden und sie bei ihren Festen und Anlässen hissen, allein oder zusammen mit der Fahne der Gemeinde oder des Kantons. Diese Zeichen verdienen es, auf privater Basis als Identifikation mit dem eigenen Dorf weiter verwendet zu werden.


Camuns
 


Surcasti
 


Tersnaus


Uors-Peiden
 


Uors
 


Suraua
 

 

 

   


Donath
 


Patzen-Fardün


Donat

 

Anschrift des Autors: Hans Rüegg, Fingastrasse 2B. LI-9495 Triesen

Vorschlag des Autors für ein einwandfreies Wappen für die Gemeinde Donat
(bitte Text anklicken)

 

 

Suraua et Donat, deux nouvelles communes grisonnes

Jusqu'en 1851, les Grisons ne comptaient que 48 communes juridiques. Avec la création de l'Etat fédérale, en 1848, la Constitution cantonale dut être mise en harmonie avec celle de la Confédération, ce qui entraîna la séparation des pouvoirs ici également. Les anciennes communes juridiques, ou juridictions, devinrent des cercles judiciaires et les anciennes communes municipales furent reconnues comme unités politiques. Il en résulta un éclatement en de nombreuses petites et minuscules communes, conséquence aussi inévitable qu'involontaire.

Au cours des dernièrens années, ces petites et minuscules communes ont été plus en plus souvent confrontées à des problèmes inhérents aux tâches administratives. Pour maîtriser l'alimentation en eau courante, l'épuration des eaux usées, la lutte contre feu, l'instruction publique et d'autres services publics, des groupements intercommunaux ont été mis en place. De nombreuses communes y étant impliquées, les prises de décision sont d'autant plus compliquées. La fusion de ces communes en une seule met fin à ces inconvénients et à d'autres désavantages.

Suraua

Les communes de Camuns, Surcasti, Tersnaus et Uors-Peiden ont fusionné en date du 1er janvier 2002 sous le nom de Suraua. Les quatre anciennes communes forment une en-tité géographique qui, sauf le hameau de Peiden, se situe sur la rive droite du Glenner - le principal affluent du Rhin antérieur - qui divise le cercle de Lugnetz en une parti supérieure sur sa rive gauche et une partie inférieure sur sa rive droite. Alors que la route qui relie Ilanz à Vrin dessert le Haute-Lugnetz, les quatre anciennes communes de Suraua sont reliées par la route Ilanz-Vals. Pour passer du Haut-Lugnetz à l'autre partie de la vallée, il faut traverser le Glenner au fond de celle-ci. On atteint ensuite Suraua, le domaine "au-dessus des eaux", qui comprend les quatre anciennes communes. C'est de cette particularité que viennent et le concept géographique unitaire et la nouvelle appellation communale de Suraua.

La création de l'armoirie de Duraua a été confiée à la jeunesse, pour renforcer le sentiment indentitaire de la nouvelle génération au sein de la commune fraîchement créée. L'armoirie est issue d'un concours ouvert aux jeunes de Suraua et elle a été approuvée par l'assemblée plénière de la commune qui, devant les quelques variantes proposées, avait laissé le choix ultime au "Jugendverein" (Société de la jeunesse). Le blason tente de rendre compte visuellement de données historiques: l'étolle à 4 rais d'or évoque les quatres anciennes communes "au-dessus des eaux" de l'ondé du Valser Rhein (Rhin de Vals, également appelé Valser Glenner) e du Glenner (ou Vriner Glenner); la fusion en une seule commune, Suaraua, est symbolisée par l'anneau d'argent autour des 4 rais de l'étole. Le champ de sinople représente les prés et les forêts, cadre naturel de la commune. Cette armoirie en quelque sorte parlante fait preuve d'originalité et elle constitue un cas unique parmi les armes des communes de la Suisse avec con emblème: l'étoile à 4 rais, sorte de rose des vents. La ressemblance avec l'insigne de l'OTAN (Organsiaiton du traité de l'Atlantique nord) est à coup sûr fortuite.

 

Donat

La fusion des communes de Donath et de Patzen-Fardün est devenue effective le 1er janvier 2003. Dans le cercle de Schams, les communes remontent au XIXe siècle seulement. Auparavant, en qualité de commune de la Ligue Grise, Schams formait avec Rheinwald une haute juridiction, subdivisée en quatre petites juridictions, et les terres, la forêt et les alpages lui appartenaient. La séparation des communes politiques suivit ensuite le partage des forêts entre celles-ci, sur la rive droite de la vallée, et la montagen (Bergschaft). On renonça à une répartition entre les nouvelles communes des pâturages et des alpages de la montagne de Schams. Jusqu'à ce jour, ils ont été administrés par le consortage (Korporation) de la montagne de Schams, qui comprend les communes de Casti-Wergenstein, Clugin, Donath, Lohn, Mathon, Patzen-Fardün et Rongellen.

La nouvelle commune de Donat a été particulièrement attentive à l'orthographe de son toponyme an langue romanche, sans "h" à la fin. Elle s'est également dotée de nouvelles armes, mais ces dernières n'enchantent guère les héraldistes car elles enfreignent les règles du blason relatives à l'usage des couleurs. Les créations de nouvelles armoiries lors des fusions communales sont fréquemment soumises à certaines conditions et restrictions, et fortement grevées en outre d'un contenu émotionnel. Vu que les armes sont considérées à maint égard comme une partie de l'identité des citoyens, leur acceptation par la population ne peut être mise de côté. Dans le cas de Patzen-Fardün et de Donath, une condition formulée par les communes consistait à combiner les armoiries antérieures en une nouvelle. Exeptionnellement, la commission cantonale d'héraldique se montra tolérante à l'égard de la non-observation de la règle d'utilisation des couleurs, du moment que l'héraldique suisse compte à ce sujet de nombreux précédents. Les nouvelles armoiries communale sont examinées par la commission cantonale d'héraldique et approuvées par le Conseil d'Etat. La commission doit veiller au respect des règles héraldiques lors de l'adoption de nouvelles armes communales et à leur valeur identitaire pour les intéressés. A l'avenir, elle prendra conseil auprès d'experts pour les cas litigieux.

Il est frappant ici, par exemple, que les armes des deux communes n'aient pas été reprises telles quelles dans leur combinaison: le griffon de Donath a perdu son épée et l'épée de Patzen-Fardün a passé de gueules à argent. Cela doit-il exprimer le caractère pacifique de l'union des deux communes, le griffon ne levant pas son épée contre la commune voisine et lépée de celle-ci ayant lavée de tout sang?

Comme le montrent les nouvelles armes de Donat, la combinaison de deux blasons n'est pas dénuée de tout problème. Mais, au demeurant, quel avenir leur est-il réservé? Le développement de la collaboration intercommunale dans le cercle de Schams est un processus qui modifie, d'année en année, l'image des structures institutionnelles. La fusion de Donath et de Patzen-Fardün n'est qu'un jalon de cette évolution. Au cours des prochaines années ou décennies, la commune de Donat fusionnera avec d'autres encore, et la question des armoiries se reposera alors une nouvelle fois.

Mais des discussions chargées d'un contenu émotionnel relatives au renouvellement d'armoiries communales sint signalées ailleurs en Suisse également. Toutefois, les habitants d'un village loti au coeurs des Alpes ne représentent pas qu'une simple communauté villageoise, tels ceux du Moyen-Pays (que l'on appelait naguère encore le Plateau suisse). Avec un regard tourné vers les forces imprévisibles de la nature, il s'agit d'authentiques communautés marquées par le destin. L'identification au village et la proximité du voisinage revêtent en conséquence plus d'importance et le besoin d'un insigne commun est bien compréhensible.

Il n'est pas interdit de continuer à utiliser les armoiries et les drapeaux communaux qui ont perdu leur "validité" lors des fusions. Comme expression de la solidarité de ses habitants, chaque village peut désormais arborer ses anciens drapeaux communaux en qualité de bannières locales e les hisser lors de solennités et à divers occasions, seuls ou en compagnie de celui de la commune ou du canton.