Reise nach Tunesien

"Auf den Spuren von Paul Klee und August Macke"

12. - 19. April 2010

 

 

Studienreise in den Mahgreb, organisiert von Studiosus Reisen München GmbH

Die Tunisreise, wie die von Macke zusammen mit Paul Klee und Louis Moilliet vom 7. bis zum 22. April 1914 unternommene Studienreise nach Tunesien oft genannt wird, gehört zu den Höhepunkten der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die hier entstandenen Zeichnungen und Aquarelle sind Schlüsselwerke im Schaffen eines jeden der drei Künstler. Mackes ausgesprochen poetische Begabung offenbart sich am reinsten in den Aquarellen, die neben den Zeichnungen und anschließend entstandenen Gemälden zu den vollkommensten Äußerungen seines Werkes zählen. Die Idee zu der legendären Reise stammte von Paul Klee. Bereits im April 1913 hatte er versucht, Louis Moilliet, der schon einmal in Tunis gewesen war und über genügend Beziehungen und Erfahrungen verfügte, zu einer Studienreise dorthin zu bewegen. Klee und Moilliet waren seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Bern miteinander befreundet. Macke hatte Klee dagegen erst im Spätsommer 1911 durch Moilliet kennengelernt...

Die Tunisreise, Magdalena M. Möller, Prestel-Verlag

 

Reiseprogramm:

Normale Schrift: Offizielles Reisprogramm von Studiosus Reisen
Kursive Schrift: Persönliche Ergänzungen

 

12. April 2010: Ins Land der Farben

Linienflug mit Tunisair nach Tunis im Laufe des Tages und Transfer ins Hotel. Sieben Übernachtungen im Hotel „Al Hambra“ in Hammamet.

Das Hotel liegt - wie die Mehrheit der Hotels - in der "zone touristique", also relativ weit weg vom historischen Stadtzentrum, aber direkt am Meer. Offensichtlich will die tunesische Regierung die Touristen von den Einwohnern fernhalten. In einem gewissen Sinne ist das auch verständlich, denn viele der Touristen begeben sich in Shorts und unangemessener Kleidung auf Entdeckungen. Viele Einheimische fühlen sich durch dieses Auftreten in ihrem Umfeld gestört.

13. April 2010: Auftakt in Tunis

Wie einst Klee und Macke lassen wir uns durch die Medina von Tunis (UNESCO-Kulturdenkmal) treiben. Nach Orangenblütenwasser, Rosenöl und 1001 anderer Wohlgerüchen duftet es im Souk der Parfümeure, bei den Goldschmieden glitzert Geschmeide. Und überall stossen wir auf Motive, die schon von den beiden Künstlern gemalt worden sind. Im Bradomuseum tauchen wir ein in die Pracht der römischen Provinz Africa  mit der weltgrössten Sammlung von Mosaiken!

Warum Studiosus den Kunstmaler Louis Moilliet nicht erwähnt, ist unverständlich. Unter den Reiseteilnehmern befanden sich sehr viele Kunstinteressierte und auch einige, die im Umfeld von Kunstmuseen tätig sind oder waren. Tunis ist wie alle Hauptstädte dieser Welt recht hektisch. In der Altstadt (Medina) tummeln sich die Touristen aus aller Welt. Entsprechend sind auch die Souvenirhändler gut vertreten und oft recht aufdringlich.

14. April 2010: „Malerisches“ Hammamet

Im Nachbarort Nabeul hat das Töpferhandwerk eine lange Tradition. Wir schnuppern an den vielen Gewürzständen auf dem Markt und feilschen um fantasievoll bemalte Teller und Schüsseln. Bei einem Mokka zeigen wir uns gegenseitig unsere Schnäppchen. Am Nachmittag steifen wir durch Hammamet und stellen uns vor, welche Eindrücke Klee und Macke von dem damals noch viel ruhigeren Badeort wohl hatten. A propos Baden: haben Sie Lust, tunesische Lebensart mal so richtig hautnah zu erleben? Dann ist ein Besuch im Hamam genau das Richtige!

Die Altstadt von Hammamet wirkt noch recht urtümlich. In den verwinkelten Gassen hat sich seit dem Besuch des Malertrios Klee/Macke/Moilliet wenig verändert. Zauberhaft ist der Blick von der Kasbah (Festung) auf den Strand, die Fischerboote und die weissen Kuben der Häuser.

15. April 2010: Das Pompeji Tunesiens

Den Spuren der Künstler folgen wir ins Hinterland nach Testour, einem kleinen Marktstädtchen. In Dougga (UNESCO-Kulturdenkmal), dem „Pompeji Tunesiens“, gehen wir auf Zeitreise in die Welt der alten Römer. Theater, Thermen und Tempel liegen inmitten einer sattgrünen Landschaft. Hier reifte schon der Weizen für die Fladenbrote der Römer.

Dougga beeindruckt durch das riesige Ausmass der Ausgrabungen. Dabei ist - wie in Pompeji - erst ein Teil ausgegraben. Aber im Gegensatz zu Pompeji fiel Dougga keiner Naturkatastrophe zum Opfer. Die Stadt wurde einfach verlassen und die Häuser zerfielen. Die Natur eroberte ihr Anteil zurück. Sand und Erde, anschliessend die Vegetation deckte die Ruinen zu, bis sie vor etwa 100 Jahren wieder "entdeckt" wurden. Der ortsansässige Reiseleiter erzählte, wie er mit seiner Familie über diesem Ruinenfeld wohnte, ohne zu wissen, wie geschichtsträchtig der Boden war...

16. April 2010: Sousse – Perle des Sahels

Sousse ist Studentenstadt und Industriezentrum, aber auch UNESCO-Kulturdenkmal. Wir schlendern durch die runderneuerte Medina, werfen einen Blick in ein altes Kaufmannshaus und die Grosse Moschee. Der Souk lockt mit Unmengen Souvenirs. Wie wäre es mit einer CD mit Mahgreb-Pop? Wieder in Hammamet können Sie im Hotel relaxen oder einen Strandspaziergang unternehmen.

Auch Sousse entstand am Ufer des Mittelmeeres, wie Hammamet. Die Sicht vom Turm der Festung ist beeindruckend. Wie überall in den kleineren Städten hallt zu den Gebetszeiten (5 Mal am Tag) der Ruf des Muezzins durch die Gassen. Doch das geschäftige Treiben der Händler geht unbeeindruckt weiter. Die tunesischen Moslems nehmen ihren Glauben nicht so fanatisch ernst wie in andern arabischen Staaten das der Fall ist.

17. April 2010: Künstlerträume über dem Meer

Nach einem kurzen Halt an den Resten des antiken Karthago (UNESCO-Kulturdenkmal) freuen wir uns auf Sidi Bou Said: schneeweisse Hauskuben mit Türen in Azurblau, überwuchert von pinkfarbenen Bougainvilleen! Hier füllten Klee und Macke ihre Skizzenblöcke und tankten in den Cafés den Flair des Orients. Bis heute prägen Künstler den Ort: Auf unserem Streifzug durch die Gassen besuchen wir den Palast des Mäzens d’Erlanger und unterhalten uns in einer Galerie über zeitgenössische tunesische Kunst.

Karthago ist im Vergleich zu Dougga eher enttäuschend. Natürlich, die stolze Stadt der Phönizier wurde durch die Römer erobert und besiegt. Anschliessend bauten sie über der Stadt ihren Tempelbezirk, der zu einem imposanten Terrain aufgeschüttet wurde, über den Ruinen des alten Karthago. Sidi Bou Said ist sehr malerisch gelegen. Kein Wunder, liessen sich hier viele wohlhabende Tunesier, aber auch reiche Ausländer nieder. Der angekündigte Besuch einer Galerie und die Gespräche über Kunst fand nicht statt. Eigentlich gibt es auf jeder Studiosus-Reise solche Kontakte mit Einheimischen. Aber hier in Tunesien ist das nicht so einfach. Dafür wird man aber durch das Fachwissen und die Kenntnisse über Land und Leute der Studiosus-Reiseleiter reichlich entschädigt. Aber auch der einheimische Reiseleiter wusste auf recht unterhaltsame Art und Weise viel Wissenswertes zu berichten.

18. April 2010: Pilgerziel Kairouan

Sieben Pilgerreisen nach Kairouan (UNESCO-Kulturdenkmal) ersetzen angeblich die Pilgerfahrt nach Mekka – kein Wunder, dass sich in der Grossen Moschee und den zahlreichen Klöstern die Wallfahrer tummelten. In der Medina gibt es auch weltliche Schätze: Berge von Zimt, Kreuzkümmel und Kurkuma und klebrige Süssigkeiten aus Feigen- und Dattelpasten. Zurück in Hammamet stossen wir beim Abendessen auf unsere Reise an.

Kairouan - schon der Name klingt arabisch-orientalisch in den Ohren! Je weiter man sich von der Küste ins Landesinnere begibt, um so weniger sind Touristen anzutreffen. Die Reiseleiterin musste sich verbürgen, dass ihre Schäfchen "angemessen bekleidet" diese Stadt besucht...

19. April 2010: Au revoir, Tunesien

Im Laufe des Tages Transfert zum Flughafen und Rückflug mit Tunisair.

Soweit das offizielle Reiseprogramm. Wegen der Aschenwolke des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island wurde der Flugverkehr in weiten Teilen Europas eingestellt. Wir landeten gegen Abend in Rom. Während viele Reisende stunden- und zum Teil tagelang in den Flughäfen blockiert waren, organisierte oder improvisierte Studiosus-Reisen für ihre Kunden stressfreie und komfortable Rückreisemöglichkeiten. Auch das gehört zu den Leistungen dieses Reiseveranstalters - ein uneingeschränktes Kompliment!

20. April 2010: Busfahrt Richtung München

Weil im München alle Hotels ausgebucht waren, Übernachtung im Hotel „Grüner Baum“ in Brixen.

21. April 2010: Ende der Odyssee

Wir verabschieden uns von der Reisegesellschaft und fahren mit der Bahn über Innsbruck nach Hause.

 

 

 

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Im Museumsshop der Staatsgalerie Stuttgart gefunden:

Ein zauberhaftes Kinderbuch mit Bildern von der legendären Tunisreise der drei Künstler August Macke, Paul Klee und Louis Moilliet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hans und Maria Rüegg
LI-9495 Triesen