Reise auf die Azoren

26. Juli - 5. August 2009

 

 

Natur-Studienreise auf die grünen Inseln im Atlantik, organisiert von Studiosus Reisen München GmbH

Vulkanische Kräfte liessen die Inselgruppe der Azoren aus dem Atlantik emporwachsen, und bis heute ist man den Naturgewalten hier ganz nah. Majestätische Vulkankegel, geheimnisvolle Kraterseen, wilde Küstenstriche und himmelblaue Hortensieblüten, die Farbtupfer auf den grünen Inseln setzen, prägen das Bild. Und vielleicht können wir ja sogar die mächtige Schwanzflosse eines Wals erspähen! Wer Natur pur will, ist auf den Azoren ganz sicher goldrichtig. Und wir möchten Ihnen auf dieser Natur-Studienreise vier der neun schönen Inselperlen zeigen.

Reiseprogramm:

Normale Schrift: Offizielles Reisprogramm von Studiosus Reisen
Kursive Schrift: Persönliche Ergänzungen

 

1. Tag: Flug nach Ponta Delgada

Individuelle Anreise nach Frankfurt und nachmittags Weiterflug mit SATA International Airlines, der Fluggesellschaft der Azoren, nach Ponta Delgada auf São Miguel. Gemeinsam mit dem Studiosus-Reiseleiter geht es von dort weiter mit dem Flugzeug nach Terceira. Drei Übernachtungen in Angra do Heroísmo auf Terceira.

 

2. Tag: Angra do Heroísmo

Angra do Heroísmo (UNESCO-Kulturdenkmal) ist das Juwel unter den Azorenstädten: Adelspaläste, Bürgerhäuser und Kirchen aus der Renaissance erinnern an die grosse Zeit des Ortes. Beim ausführlichen Bummel durch die Gassen schnuppern wir die besondere Atmosphäre des bildhübschen Städtchens. Später stehen wir am Kraterrand des erloschenen Vulkans Monte Brasil, zu unseren Füssen die Insel - was für ein Panorama! Zu Abend essen wir in einem typischen Restaurant.

Die malerischen Gassen der Altstadt wirken sauber und gut gepflegt. Doch der Schein trügt. Angra do Heroísmo wurde im Jahr 1980 durch ein Erbeben schwer beschädigt. Die Häuser wurden möglichst originalgetreu wieder aufgebaut. An einer Stelle stehen als Erinnerung an diese Katastrophe nur die Häuserfassaden. Hinter diesen Fassaden, wo vorher Menschen wohnten, befindet sich heute ein Parkplatz. In den Aussenquartieren sehen wir etliche Häuser mit der Aufschrift "zu verkaufen". Bei weiteren Häusern sind Fenster und Türen zugemauert um den Zerfall aufzuhalten. Die einstigen Besitzer, die durch das Erbeben ihre Existenzgrundlagen verloren, zogen ins Ausland um dort ihr Glück fern der unsicheren Heimat zu suchen.

 

3. Tag: Durch Terceira

Immer der Küste entlang fahren wir zur Westflanke des Santa-Bárbara-Vulkans. Dann lockt in Biscoitos ein Badeplatz zwischen schwarzen Lavazungen. Haben sie Lust, in die kühlen Atlantikfluten zu springen? Dann besuchen wir das Weinmuseum. Die Azorenweine, die zwischen Lavasteinen reifen, sollte sich niemand entgehen lassen! Der heisse Atem der Erde spürt man ab und zu noch an den Schwefelquellen von Furnas do Enxofre, wo wir dem Vulkanismus auf den Grund gehen.

Wie alle atlantischen Inseln sind auch die Azoren vulkanischen Ursprungs. Sie liegen auf dem Mittelatlantischen Rücken, einer geologisch äußerst aktiven Zone, die im Meeresgrund zwischen Europa sowie Afrika auf der einen und Amerika auf der anderen Seite des Atlantiks verläuft. Im Rahmen der Plattentektonik reißt die Erdkruste auf dem Meeresgrund immer wieder auf, so dass glutflüssige Gesteinsschmelze empordringen kann. Das abkühlende Magma hat nach und nach einen unterseeischen Gebirgsrücken aufgebaut, dessen höchste Gipfel – die Azoren – heute knapp über die Wasseroberfläche ragen. Der Pico ist allerdings 2351 Meter hoch, und damit der höchste Berg von Portugal. Die nordamerikanische, eurasische und afrikanische Platte treffen ungefähr 170 km nordwestlich von Faial aufeinander. Auf den meisten Azoreninseln wird das Landschaftsbild von kegelförmigen Vulkanen mit steilen Seitenwänden bestimmt. Diese Vulkane haben beim Ausbruch abwechselnd Schlacke und Lava gefördert, wodurch die Tuff- und Lavaschichten aufgebaut wurden. Häufig sind aus ihnen die typischen Vulkankrater oder größere Caldeiras (wörtlich ›Suppenkessel‹) hervorgegangen. Eine Caldeira (was nichts anderes als ein großer Krater ist) entsteht durch eine Explosion und den nachfolgenden Einsturz des ursprünglichen Vulkankegels. Auf dem Grund des abflusslosen Kraterkessels bildet sich mit der Zeit meist ein See; die Kraterwände steigen innen steil an, während sie am Außenhang etwas sanfter abfallen.

Zwei Grundtypen der Vulkane lassen sich auf den Azoren unterscheiden. Die meisten kleineren Kegel gehören zum strombolianischen Typ. Kennzeichnend sind regelmäßige Ausbrüche mittlerer Stärke, so dass sich im Inneren des Vulkans keine hochexpolsiven Magmaherde bilden. Bei solchen Vulkanen vermischen sich Gase leicht mit flüssigem basaltischen Magma. Beim Ausbruch entstehen Eruptionssäulen bis 1 km Höhe, die aus Gasen, Schlacken (Asche) und Lavabrocken bestehen. Von großer Explosionskraft sind hingegen Vulkane des plinianischen Typs wie die Caldeira auf Faial. Auf den Azoren ist die Erde noch lange nicht zur Ruhe gekommen. Die tektonischen Platten, auf denen die Inseln aufsitzen, verschieben sich stetig – die Ost- und Mittelgruppe um etwa 1,5 cm pro Jahr nach Osten, Flores und Corvo mit ungefähr derselben Geschwindigkeit nach Westen. Hierdurch kommt es zu ständigen Reibungen in der Erdkruste, die jedoch zumeist nur von Seismographen registriert werden. Stärkere, ruckartige Bewegungen lassen jedoch die Erde spürbar erbeben.

 

4. Tag: Zur Insel Faial

Am Vormittag Flug von Terceira nach Faial. Die Inselhauptstadt Horta verströmt ein weltoffenes Flair - kein Wunder, heute wie gestern ist sie Anlaufstelle für Antlantiküberquerer. An so manches Abenteuer auf See erinnert die Freiluftgalerie an den Kaimauern der Marina. Nach dem Bummel durch den Ort und Hafen sollten Sie auf keine Fall versäumen, einen Drink in der Seglerkneipe Peter Café Sport zu nehmen, wo schon seit fast 100 Jahren Seemannsgarn gesponnen wird. Der Rest des Nachmittags steht zur freien Verfügung. Drei Übernachtungen in Horta auf Faial.

 

5. Tag: Die blaue Insel ...

... wird Faial auch genannt, weil blaue Hortensien die Inselstrassen hinauf in die Berge säumen. Am Einbruchkessel des zentralen Inselvulkans wagen wir eine Blick in den Krater. Das jüngste Werk vulkanischer Kräfte kann man im Inselwesten bestaunen: Erst vor 50 Jahren wuchs der Vulkan Capelinhos hier aus dem Meer. Ehrfurchtsvoll blicken wir über die Wüstenlandschaft aus Asche und Stein hinüber zum grauen Riesen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Früher fing man Wale auf Faial, am Nachmittag haben Sie Gelegenheit, sie mit der Kamera einzufangen.

Die blauen und weissen Hortensien haben die Azoren weltberühmt gemacht. Sie blühen im Juli und August entlang der Strassen, an Waldrändern und an den aus Lavabrocken aufgeschichteten Mäuerchen, welche die Parzellen voneinander abtrennen. Die Hortensien werden von den Strassenunterhaltsdiensten und zum Teil auch von den Grundeigentümern gepflegt. An zahlreichen Orten gedeihen auch die Mombrecien und weitere blühende Pflanzen wildwachsend.

Beeindruckend ist auch der Vulkan Capelinhos. Am 16. September 1957 kündeten seismische Aktivitäten vom kommenden Vulkanausbruch. Gegen 2000 Menschen wurden rechtzeitig evakuiert. Am 29. September 1957 bricht der Vulkan rund 1 km vor der Westspitze der Insel aus. Die Asche wird rund 1000 Meter in die Luft geschleudert. Am 12. November 1957 ist der Vulkankegel so gross geworden, dass er sich mit der Insel Faial vereinigt. Am 24. Oktober 1958 erlischt die Aktivität des Vulkans. Rund 300 Häuser wurden zerstört. Die Insel ist 4 Quadratkilometer grösser geworden. Viele der evakuierten Personen und auch andere Inselbewohner verlassen Faial. Die USA ermöglichten durch ein Sondergesetz die Immigration von Menschen, die durch eine Naturkatastrophe betroffen wurden.

 

6. Tag: Insel der Walfänger

Mit dem Boot geht es hinüber zur Nachbarinsel Pico. Das Zentrum des Walfangs auf den Azoren war das Dorf Lajes. Generationen von Dorfbewohnern jagten die Meeressäuger, bis das Fangverbot sie ihres wichtigen Nebenerwerbs beraubte. Im kleinen Walfangmuseum lassen wir uns von einem ehemaligen Walfänger von alten und neuen Zeiten erzählen. Ein Spaziergang durch die einzigartigen Weingärten (UNESCO-Kulturdenkmal) zeigt uns, mit welchem Aufwand dem fruchtbaren Boden Wein abgerungen wird. Wir geniessen ein Glas des berühmten "Lavaweins", bevor wir wieder das Boot nach Faial besteigen.

 

7. Tag: Nach Ponta Delgada

Geniessen Sie am Vormittag Freizeit in Horta. Ob sich der majestätische Vulkankegel des Picos auf der gleichnamigen Nachbarinsel heute aus dem Dunst schält, um uns zu verabschieden? Gegen Mittag Transfer zum Flughafen und Flug nach São Miguel. Vier Übernachtungen in Ponta Delgada auf São Miguel.

 

8. Tag: Majestätische Kraterseen

Wir nehmen Kurs auf die Sete Cidades im Bergland des Westens und lassen uns unterwegs von Reiseleiter Sagen und Legenden erzählen. Aus dem vulkanischen Einbruchkessel strahlen uns wie zwei Augen in Blau und Grün die Kraterseen Lagoa Verde und Lagoa Azul entgegen. Ananas gedeiht prächtig im milden Inselklima: Viel über die exotische Frucht erfahren wir beim Besuch einer Plantage mit der Besitzerin. Ein weiteres Highlight auf dem Weg: der malerische Kratersee Lagoa do Fogo.

Die Caldera von Sete Cidades mit den beiden zauberhaften Kraterseen ist schlechthin das Kalenderbild der Azoren, natürlich mit blühenden Hortensien im Vordergrund! Die Caldera hat einen Durchmesser von rund 4 km und ist die grösste auf den Azoren. Doch innerhalb dieser riesigen Caldera befinden sich weitere kleinere Vulkankegel, oft ebenfalls mit Kraterseen.

 

9. Tag: Der heisse Atem der Erde

Im einzigen Teeanbaugebiet Europas lassen wir uns in die Geheimnisse der grünen Blätter einweihen und tauschen uns bei einem "cha verde" mit Senhor Mota aus. Im Thermalkurort Furnas haucht uns die Erde immer wieder ihren Schwefelatem ins Gesicht, und im grössten Thermalschwimmbecken der Welt können wir Wellness auf Azorenart geniessen. Mittags lassen wir uns "cozido" - Eintopf, gegart mit Erdwärme - schmecken. Am Nachmittag besuchen wir die alte Hauptstadt de Insel, Vila Franca do Campo.

Cozido, von Touristen oft auch mit dem Ausdruck "Höllenschmaus" bezeichnet, muss man gegessen haben! Bereits früh am Morgen versenken die Gastwirte die Kochtöpfe in den in den Boden gegrabenen Kochlöchern und bedecken sie mit Erde. Rundum fauchen Solfatoren ihre Schwefeldämpfe heraus und in Schlammpfuhlen blubbert es ununterbrochen. Mehrsprachige Tafeln warnen vor der hohen Temperatur. Während rund sechs Stunden gart der Eintopf, zuunterst verschiedene Fleischarten, darüber aromatische Würste, und abschliessend das Gemüse (Kohl. Rüben usw.). Gegen Mittag werden die Gäste zu den Kochstellen geführt um beim Herausholen der Kochtöpfe zuschauen zu können. Im Restaurant wird dann der schmackhafte Eintopf angerichtet und serviert. Leider bekamen wir keinen "Lavawein", sondern Wein vom portugiesischen Mutterland.

 

10. Tag: Die Kapitale der Insel

Zum Schluss unserer Reise gönnen wir uns einen entspannten Tag. Vormittags bummeln wir gemächlich durch die Inselhauptstadt Ponta Delgada: Im Regionalmuseum lernen wir die Volkskultur der Azoren kennen. Der Nachmittag steht zu Ihrer freien Verfügung. Abends lassen wir die Reise bei einem gemeinsamen Essen in einem typischen Restaurant ausklingen.

 

11. Tag: Rückflug von den Azoren

Frühmorgens Transfer zum Flughafen. Rückflug nach Frankfurt und Anschluss zu den anderen Flughäfen.

 

 

 

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Flagge der Azoren

1976 erhielten die Azoren die Autonomie, seit dem 2. April 1979 haben sie eine eigene Flagge. Es ist die bis 1910 geführte portugiesische Flagge (blau/weiss). Der Habicht symbolisiert den Landesnamen (açor = Habicht). Die neun Sterne stehen für die neun Inseln São Miguel, Pico, Terceira, São Jorge, Faial, Graciosa, Santa Maria, Flores und Corvo. Der portugiesische Schild zeigt die Oberhoheit an.

Die Flagge der Azoren darf gemäss Gesetz nur zusammen mit der von Portugal gehisst werden.

 

Wappen der Azoren

Das Wappen der autonomen Region Açores zeigt einen blauen Habicht, umgeben von neun Sternen. Der Habicht bezieht sich auf den Namen (açor = Habicht). Anzumerken ist, dass die Portugiesen bei der Kolonialisierung und Besiedlung der Inseln als einzige grössere Tiere Mäusebussarde antrafen, die sie aber für Habichte hielten. Somit erhielten die Inseln den Namen Azoren oder Habichtsinseln. Die neun Sterne stehen für die neun Inseln.

Die zwei schwarzen Stiere als Schildhalter beziehen sich auf die azorianische Stierkampftradition. Der rechte Stier hält eine Lanze mit der Flagge des Christusordens und bezieht sich somit auf Heinrich den Seefahrer, der diesem Orden angehörte, und in dessen Namen die Besiedlung erfolgte. Die gegenüberliegende Flagge zeigt eine auffliegende Taube und bezieht sich auf die Heilig-Geist-Tradition (santo espírito).

Der Spruch heisst "Lieber frei sterben als wie ein reicher Sklave zu leben"

 

Schlussbemerkung

Im Internet fand ich eine beachtliche Sammlung von portugiesischen Wappen und Fahnen. Leider funktioniert dieser Link zeitweise nicht mehr:

http://www.fisicohomepage.hpg.ig.com.br/index.htm

Selbstverständlich sind auch Wappen von den Azoren dabei. Und gerade diese Wappen gaben mir die Idee, die Azoren zu bereisen!

 

         

 

           

 

         

 

         

 

         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hans und Maria Rüegg
LI-9495 Triesen