Österreich

Briefmarken mit Wappen und Fahnen

1. Teil

Die Markennummern entsprechen den Michel-Katalogen

I

Kleines Staatswappen von K. + K. Österreich:
Doppeladler mit Schwert und Reichsapfel unter Kaiserkrone


Nr. 199 / 1916
 


Nr. 194 / 1916
 


Nr. 195 / 1916
 

 

Das Wappen der erstens Republik:
Adler mit Mauerkrone, in den Fängen Sichel und Hammer, jedoch noch ohne die gesprengte Kette.


Nr. 315 / 1920
 


Nr. 318 / 1920
 


Nr. 319 / 1920
 

 

Obwohl die Provisorische Nationalversammlung am 12. Nov. 1918 "Deutschösterreich" als "demokratische Republik" begründete, und obwohl das Wappengesetz vom 8. Mai 1919 vom "Staatswappen der Republik Deutschösterreich" sprach, und der Staatsvertrag von St. Germain vom 10. Sept. 1919 mit der "Republik Österreich" abgeschlossen wurde,  und obwohl Art. 1 der Bundesverfassung vom 1. Okt. 1920 besagte: "Österreich ist eine demokratische Republik", kam das Wort "Republik" auf den österreichischen Briefmarken bis 1945 nicht vor.  Bis 1921 trugen die Briefmarken die Bezeichnung "Deutschösterreich".

 

Das Wappen der zweiten Republik, wie es heute noch gültig ist:
Die Sichel steht für die Bauernschaft, der Hammer für die Arbeiterschaft, die Mauerkrone für das Bürgertum und die gesprengte Kette an den Fängen für die Wiedererlangung der Unabhängigkeit und en Wiederaufbau des Staatswesens im Jahre 1945.

 


Nr. 698 / 1945
 


Nr. 699 / 1945
 


Nr. 701 / 1945
 


Wohltätigkeits-Sonderausgabe Antifaschistische Ausstellung
"Niemals vergessen" in Wien


Nr. 777 / 1946
Das Ende 1945


Nr. 781 / 9146
Hammer zerschlägt Säule
mit Hakenkreuzkapitell


Nr. 782 / 1946
Schwurhand mit gesprengter Fessel,
Österreichische Flagge


Nr. 783 / 1946
Der österreichische Adler
steigt aus den Flammen
empor


Wohltätigkeits-Sonderausgabe
Kriegsgefangenen- und Heimkehrerfürsorge


Nr. 937 / 1949
Reitersiegel
Herzog Friedrich II

 


Nr. 938 / 1949
Wappen Österreich
um 1450

 


Nr. 939 / 1949
Wappen Österreich
um 1600

 


Nr. 940 / 1949
Wappen Österreich
1945

 

 

Sondermarken zu Jubiläen und anderen Anlässen

 


Nr. 950 / 1950
100 Jahre
österreichische Briefmarken
Briefmarke Nr. 2


 


Nr. 1067 / 1959
Sonderausgabe "Tirol"
Tiroler Adler,
gekrönter Adler mit "Kränzl"

 


Nr. 1098 / 1961
Sonderausgabe
4o Jahre Burgenland
Wappen des Bundeslandes
Burgenland
 


Nr. 1011 / 1954
150 Jahre Staatsdruckerei
250 Jahre Wiener Zeitung:
Österreichisches Bundeswappen, ein "Wienerisches Diarium" und eine "Wiener Zeitung" vor der Ausstellungshalle der Staatsdruckerei

 


Nr. 1132 / 1963
5. Bundeskongress des
 österreichischen
Gewerkschaftsbundes:
Fahne und Landkarte,
ÖGB-Emblem,
Fabrikanlagen vor Berglandschaft

 


Nr. 1133 / 1963
600. Jahrestag
der Zugehörigkeit
Tirols zu Österreich:
Wappen von
Österreich und Tirol


 


Nr. 1030 / 1956
Wohltätigkeits-Ausgabe
Ungarische Flüchtlinge:
Bundeswappen mit
rotem Aufdruck

 


Nr. 1043 / 1958
3. Österreichisches
Sängerbundsfest in Wien:
Minnesänger
Walter von der Vogelweide

 


Nr. 1196 / 1965
50 Jahre österreichischer
Städtebund:
Adlerkopf mit Mauerkrone
(heraldisches Symbol der Städte)
und Fahne Österreichs

 


Nr. 1197 / 1965
10 Jahre Mitglied
der Vereinten Nationen:
Fahnen Österreichs und
der UNO vor UN-Gebäude
 

 


Nr. 1206 / 1966
Landeskunstausstellung
Wiener Neustadt 1440-1493:
Wappen Wiener Neustadt

 

 


Nr. 1230 / 1966
Hochschule Linz:
Wappen der Hochschule Linz


 

 

Sonderausgabe 50 Jahre Republik Österreich
 


Nr. 1273 / 1968
Wappen der Bundesländer,
Dr. Karl Renner (1870-1950)
1. Staatskanzler Österreichs

 


Nr. 1274 / 1968
Wappen der Bundesländer,
Wortlaut des Artikels 1 der
österreich. Bundesverfassung

 


Nr. 1275 / 1968
Wappen der Bundesländer,
Staatswappen

 

 


Nr. 1343 / 1970
50. Jahrestag der
Kärntner Volksabstimmung:
Wappen von Kärnten

Das historische Wappen Kärntens ist das einzige unter den Wappen der österreichischen Bundesländer, das im Landesgesetzblatt mit Helm, Helmzier und Helmdecken dargestellt ist.
 

 


Nr. 1358 / 1971
23. Kongress der
Internat. Handelskammer Wien:
Gremiumswappen
der Grosshändler (um 1900)






 

 


Nr. 1366 / 1971
700 Jahre Stadt Kitzbühl:
Stadtwappen
Kitzbühl






 

 


Nr. 1401 / 1972
100 Jahre Hochschule
für Bodenkultur:
Wappen der Hochschule

 


Nr. 1417 / 1973
25. Dornbirner Messe:
Dornbirner Messewappen


 


Nr. 1422 / 1973
8. IULCS-Kongress in Wien:
Wappen der Wiener Rotgerber
(Emblem des Vereins
 österreichischer Ledertechniker)
 


Block 1000 Jahre Österreich mit den Wappen aller 9 Bundesländer
 


Nr. 1522 - 1530 / 1976
Wappen aller Bundesländer

Niederösterreich

Das Fünfadlerwappen erscheint zum ersten Mal 1330/35 auf Glasscheiben, die für den Kreuzgang des Stiftes Klosterneuburg angefertigt wurden und jetzt im Kapitelsaal und in der Leopoldskapelle eingebaut sind. Die Durchsetzung des Fünfadlerwappens  erfolgte aber erst in der Zeit Herzog Rudolfs IV. Für das Fünfadlerwappen bürgerte sich in der Folge der Begriff „Alt-Österreich“ ein, während der (eigentlich ältere) Bindenschild „Neu-Österreich“ genannt wurde. Im Stift Klosterneuburg sind mehrere Stoffstücke von einem Ornat aufbewahrt. Sie werden um 1260 datiert und zeigen u. a. goldene, stark gefiederte Vögel, gestickt auf blauem Seidenrips. Bis Anfang dieses Jahrhunderts bildeten sie den sogenannten „Markgrafen-Ornat“, in dem der Landesfürst empfangen wurde, wenn er dem Kloster einen Besuch abstattete. Aus diesem Stoffmuster schloss man auf den Waffenrock bzw. den Schild Leopolds des Heiligen. Und so entstand in Klosterneuburg das niederösterreichische Landeswappen, ähnlich wie das französischen Lilienwappen aus einem mit Lilien bestreuten mittelalterlichen Stoff entstanden ist.

Oberösterreich

Die älteste bekannte Abbildung des oberösterreichischen Landeswappens findet sich auf zwei Miniaturen aus der Zeit zwischen 1384 und 1395. Schon in der Barockzeit fiel dem Geschichtsschreiber  Marquart Herrgott auf, dass dieses Wappen jenem entsprach, welches das bereits im 12. Jahrh. ausgestorbene Adelsgeschlecht der Herren von Machland (Aulandschaft am linken Donauufer zwischen Mauthausen und Grein) gehört haben soll. Weitere Belege des Wappens Machland sind im Kloster Baumgartenberg – ein Wappen, das dem oberösterreichischen sehr ähnlich ist. Es passt durchaus in das Bild der zahlreichen staatspolitischen Fälschungen, die unter Rudolf IV. vorgenommen wurden, dass dessen Bruder und Nachfolger Albrecht III. ein bereits vorhandenes Wappen zum „regionalen“ Symbol eines neu entstandenen Landes erhob und es „austerifizierte“: hiezu wurde der Adler von Silber zu Gold „aufgewertet „ und damit näher zum Fünfadlerwappen „Alt-Österreich“ gerückt, ausserdem wurde die Zahl der silbernen Pfähle um eins reduziert, was die hintere Schildhälfte vielleicht etwas stärker in die Nähe des Bindenschildes „Neu-Österreich“ brachte – fürwahr ein symbolpolitisch klug überlegtes „Redesigning“.

Steiermark

Das Wappen wurde durch Otakar III., Markgraf in Steier, angenommen. Vorher führte er ein einfaches Heroldsbild, ein Schräglinksbalken in mit Ballen bordiertem Schild. Man nimmt an, dass Otakar III. den Symbolgehalt des feuerspeienden Panthers sehr genau kannte, als er sich für dieses Wappen entschied: Der Panther als Feind des Drachens und als Wohlgeruch verbreitendes friedfertiges Wesen symbolisiert also den auferstandenen Christus, der Tod und Teufel, Verwesung und Sünde überwindet und diejenigen, die an ihn glauben, um sich schart.

Kärnten

Das ursprüngliche Wappen von Kärnten war in Silber ein schwarzer Panther. Herzog Ulrich III. nahm ein neues Wappen an um seine Erbansprüche zu manifestieren: Rechts das Wappen der in Mödling sesshaften babenbergischen Secundogenitur – die babenbergischen Löwen in der Dreizahl, links der österreichische Bindenschild.

Tirol

Die älteste überlieferte Darstellung des Tiroler Wappentiers findet sich auf einem Siegel an einer undatierten Urkunde im Archiv des Klosters Wilten, die Ende des 11. Jahrhunderts entstanden sein dürfte. Die älteste Farbdarstellung befindet sich in der Burgkapelle von schloss Tirol und entstand unmittelbar nach der Erbteilung 1271. Die Flügelspangen erschienen zum ersten Mal auf Münzen, die Meinhard II. in Meran prägen liess. Das Krönlein des Adlers tritt spätestens 1411 auf, ohne dass der Anlass für die Hinzufügung bisher genau geklärt werden konnte. Der Tiroler Wappenschild wurde zwischen 1477 und 1548 zwar auch gelegentlich mit dem österreichischen Erzherzogshut bedeckt, erhielt aber immer öfter nach italienischer Mode einen Lorbeerkranz umgelegt. Nach der Aufnahme dieses Beizeichens  in Tiroler Münzbilder gelangte dieses sogenannte „Kränzl“ im ersten Drittel des 18. Jahrhundert in einer oben geöffneten Form in den Schild selbst, wo es eine willkommene Unterscheidung gegenüber dem Tiroler Adler sehr ähnlichen brandenburgischen Adler bildet.
Nach dem Aussterben der Grafen von Tirol im Mannesstamm übernahmen die Gebrüder Meinhard und Albert von Görz mit dem Land auch das frühere Familienwappen der Tiroler Grafen und führten es als Territorialwappen weiter. Ebenso nannten sie sich „Grafen von Görz und Tirol“ bzw. Grafen von Tirol und Görz“.

Vorarlberg

Das Wappen Vorarlbergs ist das Montfortische Banner. Am 20. August 1864 wurde durch kaiserliches Diplom dem damaligen Kronland Vorarlberg der österreichisch-ungarischen Monarchie ein Wappen verliehen, das aus den Wappen einzelner Städte, Gerichte und Herrschaften in Vorarlberg zusammengesetzt war. Dieses Wappen wurde nach dem Zusammenbruch der Monarchie und der Erlangung der Selbständigkeit Vorarlberg in der neu entstandenen Republik aufgelassen. Das neue Wappen deckt sich jedoch im wesentlichen mit dem Herzschild des ehemaligen Wappens.

Salzburg

Das Wappen ist auf einem Pfennig des Erzbischofs Rudolf von Hohenegg (1284-1290) erstmals nachgewiesen, stand aber erst im 14. Jahrhundert in regelmässigem Gebrauch. Entgegen einer fast hundert Jahre gängigen Hypothese, die das Salzburger Wappen vom persönlichen Siegel Herzog Philipps von Kärnten (1246-1256 Erzbischof von Salzburg) ableitet, geht die Direktorin des Salzburger Landesarchivs davon aus, dass der Ursprung des Landeswappens nicht in den drei Löwen der Kärntner Herzöge zu suchen ist, sondern im rotbewehrten schwarzen Löwen der Staufer. Dieser ist in umgekehrter Farbgebung ja auch der Urahne des bayerischen Wappenlöwen, da der staufisch-schwäbische Löwe 1228 über das Pfalzgrafenamt an die Wittelsbacher kam. Dabei ist von Bedeutung, dass die Staufer höchstwahrscheinlich nicht aus der Schwäbischen Alb, sondern vielmehr aus dem Gebiet des heutigen Salzburg stammen.

Burgenland

Der Name Burgenland leitet sich von den Endsilben der deutschen Namen der vier früheren westungarischen Komitate Pressburg, Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg ab (ursprünglicher Vorschlag: Vierburgenland).
Das Wappen verbindet heraldische Elemente der beiden mächtigsten, im 15. Jahrh. ausgestorbenen Adelsgeschlechter Burgendlands, der Mattersburger-Forchtensteiner und der Grafen von Güssing-Bernstein.

a)       Mattersburg-Forchtenstein – in Silber ein schwarzer, widersehender Adler auf rotem Felsen, begleitet von zwei roten Kreuzchen.
b)
       Güssing-Bernstein – dreimal gespalten von Rot und Kürsch
Die Landesfarben Rot/Gold beziehen sich auf das der Sage nach überlieferte Wappen der Vandalen: In Rot ein goldener Drache. 1922 beschloss die burgenländische Landesregierung, die Hauptfarben des Adlerwappen im Sinne der Landesfarben zu modifizieren. So wurde aus dem schwarzen Adler ein roter, aus dem roten Felsen ein schwarzer und aus dem silbernen Schildgrund ein goldener.

Wien

Die frühesten Belege für das Wiener Stadtwappen finden sich auf den sogenannten „Wiener Pfennigen“ aus den späten siebziger Jahren des 13. Jahrh. Sie zeigen bereits das für Wien charakteristische Balkenkreuz, das sich aller Wahrscheinlichkeit von der seit Ende des 12. Jahrh. nachgewiesenen Reichssturmfahne herleitet. 1278 wurde Wien durch König Rudolf I. in den Besitz des Reiches aufgenommen; ähnlich wie andere Grenzgebiete des Heiligen Römischen Reiches (Schweiz, Savoyen, Dänemark) mag dadurch auch in Wien die Reichsfahne heraldisches Vorbild für das lokale Wappen gewesen sein.

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Hans und Maria Rüegg
LI-9495 Triesen