Heraldik

Glarus und seine Gemeindefusionen

 

Einleitung

 

An der Landsgemeinde am 7. Mai 2006 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform über die Zusammenlegung zu grösseren Gemeinden abgestimmt. Gemäss Antrag der Regierung sollten die 25 Gemeinden zu 10 zusammengefasst werden. Aus dem Ring kam ein Gegenantrag, die 25 Gemeinden zu drei Gemeinden zusammenzufassen. Dem Gegenantrag wurde überraschenderweise zugestimmt.

Die Regierung bestelle für die Umsetzung dieses Auftrags der Landsgemeinde verschiedene Kommissionen. Eine befasste sich mit der Vorbereitung zur Beschlussfassung über Namen und Wappen der neuen Gemeinden. Dem Landesarchivar Dr. Fritz Rigendinger lag sehr am Herzen, dass die neuen Wappen heraldisch korrekt entworfen werden. Im März 2007 gelangte er mit dem Anliegen an mich, einige Ideen für möglich Wappen der drei neuen Gemeinden zu entwickeln. Die drei Projekte liefen unter den Projektnamen Glarus-Nord, Glarus-Mitte und Glarus-Süd. Das implizierte, nach einem gemeinsamen Motiv für die drei neuen Wappen zu suchen. Als erstes und vorerst einziges Motiv bot sich der Heilige Fridolin, das Wappenmotiv des Kantons an. Um mögliche Verwechslungen zu vermeiden, mussten sich die neuen Wappen deutlich vom Kantonswappen unterscheiden. Gemäss Louis Mühlemann (Wappen und Fahnen der Schweiz) ist der Heilige Fridolin als Glarner Hoheitssymbol bereits auf dem Siegel auf dem Bundesbrief von 1352 bezeugt. Als ältester bekannter Beleg für das offizielle Glarner Landeswappen ist ein Weibelschild aus dem 15. Jahrhundert im Staatsarchiv vorhanden. Bei den Fahnen sind gleich sechs alte Landesbanner mit dem Heiligen Fridolin erhalten. Unter einem davon zogen die Glarner 1388 in die Schlacht von Näfels. Somit ist das Landeswappen rund 300 Jahre jünger als die Fahnen. Was lag da näher, als das weit über die Grenzen bekannte Motiv auf dem Glarner Banner auch in das Wappen aufzunehmen? Damit aber verstösst das Glarner Wappen gegen die heraldische Farbregel, was jedoch auf Grund der Umstände bei der Annahme des Wappens als Ausnahme von dieser Regel akzeptiert wird. Für neu zu schaffenden Gemeindewappen ist es heute unerlässlich, dass alle heraldische Regeln eingehalten werden. Deshalb steht in den Gemeindewappen der Fridolin in einem weissen Feld. Auch in andern Kantonen sind etliche Wappen bekannt, die sich an das Kantonswappen anlehnen (Zürich: Bachs, Benken, Waltalingen und Weiach; Bern: 19 Gemeinden führen das Wappenmotiv "Bär" oder einen direkten Bezug zu Bern in Form einer Bärenpranke oder eines Bärenkopfes; Graubünden: 5 Kreise und 19 Gemeinden führen den Steinbock oder Steinbockhörner in ihren Wappen).

 

 

 



 


Glarus-Nord
 


Glarus-Mitte


Glarus-Süd
 



 

Die obere Variante zeigt den Heiligen Fridolin mit einem Schildfuss, einem Schildbord und einem Schildhaupt. Damit wird auf die geografische Lage hingewiesen, wobei je nach Betrachtungsweise Glarus-Nord und Glarus-Süd auch vertauscht werden können. Die untere Variante bezieht sich auf die Wappenfarben der bisherigen grössten Gemeinden, welche voraussichtlich die Rolle der Hauptorte übernehmen werden (Näfels, Glarus und Schwanden).

 

 

 



 


Glarus-Nord
 


Glarus-Mitte


Glarus-Süd
 



 

 

Der Kanton lud zu einer Auftaktveranstaltung ein über Namen und Wappen der künftigen Gemeinden. Und präsentierte - wohl als Anregung zu weiterer Kreativität - einige Vorschläge. Die Südostschweiz vom 11. September 2007 berichtete über diese Veranstaltung. Dabei wurde vor allem die Einheitlichkeit massiv kritisiert. Bei Schwarzweiss-Fotokopien sei mit Verwechslungen zu rechnen. Der Journalist Fridolin Rast schrieb: "... Natürlich sind die künftigen drei Gemeinden Teile des Kantons. Aber sie wollen seine erkennbaren und unverwechselbaren Teile sein. ... Wir sind der einzige Kanton mit einem Menschen, dem heiligen Fridolin, im Wappen. Lassen wir ihn dort und suchen wir für die künftigen drei Gemeinden unverwechselbare eigene Wappen!" Dann wurde gleich eine goldene Sonne auf rotem Grund für die flächenmässig grösste Gemeinde der Schweiz propagiert. Bei einer gewissenhafteren journalistischen Recherche, was heute dank Internet durchaus machbar ist, wäre man auf das Wappen der Walliser Stadt Siders gestossen, welche gemäss einem Siegel von 1446 eine Sonne führt. Die Farben Gold auf Rot sind ebenfalls seit Jahrhunderten belegt. Es zeugt nicht nur von schlechtem Geschmack, sondern verstösst auch gegen die heraldische Regel der Einmaligkeit, wenn das Wappen einer anderen Gemeinde oder einer anderen Familie kopiert bzw. gestohlen wird. Mit den Worten des bereits zitierten Journalisten müsste gesagt werden: Lassen wir die goldene Sonne im roten Feld der Stadt und dem Bezirk Siders, wo sie seit Jahrhunderten auf dem Wappen strahlt und beachten wir auch über die Kantonsgrenzen hinaus die Unverwechselbarkeit!

Am 17. Januar 2008 fand im Landesarchiv Glarus ein Workshop der drei Projektgruppen statt. Der Landesarchivar lud mich als beratenden Heraldiker zu diesem Anlass bei. Ich hielt einen Kurzvortrag, in welchem ich die Herkunft, Sinn und Zweck der Wappen aufzeigte. Das Schwergewicht legte ich auf die Bedeutung die Regeln, die weltweit in der Heraldik gelten, und die eigentlich garantieren, dass gute Wappen entworfen werden. Für die wichtigsten Regeln zeigte ich gute und schlechte Wappen aus meiner Sammlung aller Gemeindewappen der Schweiz:

a) möglichst wenig Farben, b) Einhalten der heraldischen Farbregel, c) möglichst wenige Motive, d) keine perspektivischen Darstellung, e) Verzicht auf naturalistische Darstellung bzw. gute Stilisierung, f) das Wappen muss mit wenigen Worten in der Fachsprache (Blasonierung) so beschrieben werden können, dass jeder Heraldiker das Wappen anhand dieser Beschreibung korrekt wiedergeben kann, ohne es jemals gesehen zu haben.

Dann folgte der Hinweis, dass die bestehenden Gemeindewappen wohl ihren offiziellen Status verlieren, aber nach wie vor Eigentum der Einwohner bleiben und in diesem Sinne auch weiter verwendet werden sollen. Als Beispiel zeigte ich aus dem Beflaggungsreglement der Stadt Zürich, dass bei den beiden Eingemeindungen in den Jahren 1893 und 1934 insgesamt 21 Gemeinden ihre Selbständigkeit aufgaben, aber die Stadt Zürich ihr Wappen unverändert weiterführt und bei der Festbeflaggung am "Züri-Fäscht" die einstigen Gemeindewappen als Quartierfahnen in Reih und Glied auf der Quaibrücke wehen, flankiert von den Fahnen der Stadt.

Bei den anschliessenden Diskussionen zeigte sich, dass nicht nur zwischen den Projektgruppen, sondern auch innerhalb der einzelnen Gruppen recht unterschiedliche Meinungen vertreten wurden. Zum Schluss appellierte der Landesarchivar, für die weitere Projektarbeit einen Heraldiker beizuziehen, um nicht Gefahr zu laufen, ein Wappen zu wählen, das gegen heraldische Regeln verstösst, wie das bei Luchsingen leider der Fall war.

 

 

Glarus-Süd

Die Projektgruppe Glarus-Süd nahm anschliessend an den Workshop noch im Landesarchiv mit mir Kontakt auf. Ich wurde gebeten, die aus der Bevölkerung recht zahlreich eingegangenen Vorschläge zu kommentieren. Ein Mitglied aus der Projektgruppe nahm die Sisyphusarbeit auf sich, ähnliche Entwürfe zu vereinheitlichen und in eine einigermassen heraldisch korrekte Form zu bringen. Viele Vorschläge konnten aber den relativ einfachen Regeln nicht entsprechen. Im Internet wurden diese nachbearbeiteten Vorschläge präsentiert und kommentiert, zusammen mit den Vorschlägen für den Namen der neuen Gemeinde. Darauf konnte jedermann über das Internet dem bevorzugten Namen und Wappen seine Stimme geben (E-Voting).

Am 27. März 2008 hielt der Verein für Geschichte und Kultur um Schwanden seine Generalversammlung ab. Ich wurde gebeten, im Rahmen dieses Anlasses einen Vortrag nach eigenem Gutdünken über Heraldik zu halten. Trotz einigen Terminkollisionen nutze ich die Gelegenheit, um einem breiteren Publikums Sinn und Zweck der Wappen zu erklären. Der Vortrag hiess dann auch "Herkunft und Bedeutung von Gemeindewappen". Ich zeigte die verschiedenen Wappenmotive, gegliedert nach Bezug auf geschichtliche Ereignisse, geografische Eigenheiten der Gemeinde, einstige oder gegenwärtige Erwerbsgrundlagen der Bevölkerung, Sagen und Legenden, bildliche Darstellung des Gemeindenamens, usw.

Am 8. April 2008 erschien im Tagesanzeiger ein Bericht unter dem Titel "Die Glarner basteln an neuen Gemeindewappen". Darin wird zuerst die Entwicklung im Umfeld der Schweizer Gemeinden geschildert ("Bis zur Landi 1939 hatten viele Schweizer Gemeinden gar kein Wappen"). Dann folgt die Schilderung über die Situation im Kanton Glarus allgemein und im besondern im Bereich Glarus-Süd. Dabei wird auch Bezug auf meinen Internetauftritt genommen: "Auch Luchsingen im Glarner Hinterland freut sich über ein neues Wappen - der Ort hat sich 2004 mit den Nachbarn Hätzingen und Diesbach zusammengeschlossen. Der weit herum bekannte Heraldiker Hans Rüegg allerdings kanzelte das neue Wappen ungnädig ab. Es widerspreche den Regeln der Kunst und erinnere an einen Tsunami, der über Land und Leute hereinbreche":

 

http://www.stiftungswf.ch/fusion-gl-luchsingen.htm

 

 

Das Schweizer Fernsehen griff aufgrund dieses Artikels das Thema ebenfalls auf und bat mich um ein Interview im Schloss Grüningen. Die Sendung wurde in "Schweiz aktuell" am 14. April 2008 ausgestrahlt:

 

 http://videoportal.sf.tv/video?id=c49ad484-6437-4d6b-9d43-b8d917c8ba38&referrer=http%3A%2F%2Fwww.sf.tv%2Fsendungen%2Fschweizaktuell%2Findex.php%3Fdocid%3D20080414

 

 

Aufgrund der Ergebnisse aus dem E-Voting kristallisierten sich drei Motive heraus, wobei der "Bäldi-Sparren" mein eigener Beitrag war:

 

 

 

Bei der Abstimmung wurde nach gut eidgenössischer Manier das Ergebnis im wortwörtlichen Sinn verwässert. Die ausführliche Entstehungsgeschichte und die Wertung finden Sie bei der Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen:

http://www.stiftungswf.ch/fusion-gl-glarus-sued.htm

 

 

Glarus-Mitte

Relativ früh stand fest, dass die neue, erweiterte Gemeinde weiterhin Glarus heissen soll. Als Kantonshauptort wäre ein Namenswechsel wohl kaum verstanden worden, weder im Kanton noch im Rest der Schweiz. Unverständlich ist, dass das nicht auch für das Wappen galt.

Die Wappenkommission Glarus-Mitte präsentierte folgende Wappen zur Wahl:

 

 

Begründungen aus der Abstimmunterlage:

1. Vorschlag: Die Farben nehmen die der vier bestehenden Ortschaften auf. Der Schrägfluss weist auf die Linth hin. Die vier Sterne stehen für die bisherigen Gemeinden, deren Vereinigung derjenige im Schildhaupt mit seinem verbindenden Wechsel von Gelb und Schwarz ausdrückt.

2. Vorschlag: Die Farben nehmen die der vier bestehenden Ortschaften auf. Das Geviert erinnert an sie, und der in die Gevierte eingreifende Stern in der Mitte verstärkt mit seinem Wechselspiel das Zeichen für Zusammengehörigkeit und für die Zentrumsfunktion der neuen Gemeinde Glarus.

3. Vorschlag: Die beiden aus dem Schildfuss aufsteigenden Spitzen versinnbildlichen die Lage der Ortschaften zu Füssen der Berge. Aus der Pyramidenform lässt sich der Vorderglärnisch ablesen. Die vier von den goldenen Sternen symbolisierten Gemeinden liegen nicht nur im Zentrum, sondern auch an der engsten Stelle im steilsten Alpental von einiger Bedeutung.

 

Der Landesarchivar bat mich, diese Vorschläge zu begutachten und zu kommentieren:

1. Vorschlag: Heraldisch eher fragwürdig, da die Kombination von Schrägteilung und Spaltung unüblich und praktisch unbekannt ist. Die Kombination mit dem Schrägfluss und dem gespaltenen Feld führt zu einem Farbregelverstoss (Silber bzw. Weiss an Gold bzw. Gelb). Für eine ästhetisch etwas bessere Wirkung müssen die Sterne grösser gezeichnet werden. Ausserdem müssen alle vier Sterne gleich gross sein.

2.Vorschlag: Heraldisch äusserst fragwürdig. Entweder wird eine Figur in einheitlicher Farbe in den gevierten Schild gesetzt (Farbregelverstoss wird toleriert, da das nicht anders gelöst werden kann), oder die Teilungslinien der Vierung teilen auch die Figur, die aber immer in gewechselten Farben dargestellt wird. Verweis auf die Gemeindewappen von Ollon VD, Villars-le-Comte VD, Camignolo TI, Fescoggia TI, Linesco TI und Zullwil SO.

3. Vorschlag: Die Sterne müssen etwas grösser gezeichnet werden, so dass das Wappen ästhetischer wirkt. Es ist üblich, dass sich die Lage der Sterne der Hauptfigur anpassen, ohne dass das explizit beschrieben werden muss (siehe Gemeindewappen von Möhntal AG, Trin GR, Schangnau BE). Beim Doppelberg bzw. der Doppelspitze muss das aber erwähnt werden, weil die Sterne sonst in einer Reihe stehen. Die Blasonierung (2,2) würde bedeuten, dass die Sterne in zwei Reihen zu zwei Sternen angeordnet sind. Allfällige abweichende Zwischenräume können so nicht erwähnt werden. Somit gilt die Darstellung als heraldisch fragwürdig.

 

Der Landesarchivar teilte mir am 4. Juni 2008 mit, dass er der Projektleitung und der Regierung aufgrund meiner Expertise beantrage, den Zentrumsstern zu verwerfen und stattdessen den Steinbock (das bisherige Wappen der Stadt Glarus) in die Auswahl zu nehmen. Für die andern beiden Varianten wurde ich gebeten, die Wappen so weit als möglich zu verbessern oder allfällige Änderungen vorzuschlagen. Er wünschte, dass den Stimmberechtigten drei heraldisch einwandfrei Wappen vorgeschlagen werden können.

Ich lieferte verbesserte Vorschläge für die Varianten 1 und 3 ab, sowie folgende Argumente, warum das bisherige Gemeindewappen von Glarus beibehalten werden sollte:

 

Die Interventionen des Landesarchivars wurden nur soweit berücksichtigt, als das bisherige Steinbockwappen nun ebenfalls zur Wahl gestellt wurde. Ansonsten hielt die Wappenkommission an ihren Vorschlägen fest und ignorierte alle Verbesserungsvorschläge. Die Wappenkommission argumentierte, dass das bisherige Wappen mit dem Steinbock gar nicht "alt" sei, denn es wurde erst am 6. März 1939 durch Beschluss des Gemeinderates angenommen. Dabei ist das Wappen der Ritter von Glarus durch ein Siegel an einer Urkunde vom 7. April 1299 nachgewiesen. Aber eine Kommission fungiert nun einmal im Vorfeld von Abstimmungen als Meinungs- und Stimmungsmacher!

 

Hier der Link bei der Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen zum neuen Wappen von Glarus:

 

 

http://www.stiftungswf.ch/fusion-gl-glarus.htm

 

 

 

Glarus-Nord

 

Für die Gemeinde Glarus-Nord entwarf ich folgende Wappen:

 

 

Über der Linth befinden sich ein römischer Wachtturm und eine Hellebarde. In Filzbach sind noch die Überreste eines Römerturms zu sehen, der die einstige Römerstrasse sicherte. Die Hellebarde verweist auf die Schlacht von Näfels am 8. April 1388, dem wohl wichtigsten Ereignis für die Bildung des Landes Glarus.

 

 

Über der Linth befindet sich die Letzi und darüber eine Kirchenfahne, wie sie an der jährlichen Näfelserfahrt mitgetragen wird.

 

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Bei dieser Variante fliesst die Linth neben der Kirchenfahne und die Letzi fehlt. Dafür entspricht die Kirchenfahne eher den wirklichen Proportionen.

 

Auch die Projektkommission Glarus-Nord liess über die eingebrachten Vorschläge Stimmen sammeln um die besten Vorschläge herauszufiltern. Die Kommission betätigte sich bereits zu Beginn als Meinungsmacherin und wollte keine Bezüge zur Geschichte und zur Religion, in welcher Form auch immer. Nun, der Heraldik wird in etlichen Lehrbüchern das Attribut "bildgewordene Geschichte" zu gewiesen. Wenn nun keinen Bezug zur eigenen Herkunft und zur eigenen Kultur gewünscht wird, verliert man die eigene Identität. Das steht in äusserst krassem Widerspruch zur Glarner Tradition, in welcher die Landsgemeinde und die Näfelser Fahrt hoch gehalten werden. Aber die vorgegebene Meinung verfehlte seine Wirkung nicht. Als Favoriten gingen folgende zwei Wappen hervor, und über diese wurde auch abgestimmt:

 

          

 

Sieger wurde das Wappen mit dem Fluss (Linth) und den acht Sternen (Anzahl der bisherige Gemeinden). Das Wappen mit den acht Ringen hätten die Vereinigung der acht Gemeinden viel stärker zum Ausdruck gebracht. Es stammt übrigens von einem Glarner, der nicht die geringste Ahnung von Heraldik hatte und sich mit seinen ersten Entwürfen an mich wandte. Auf meine Rat hin besorgte er sich zwei oder drei Wappenbücher anderer Kantone und war in kürzester Zeit fähig, heraldisch korrekte Wappen zu entwerfen! Dieser Herr wäre ein echtes Vorbild für so manches Mitglied dieser Wappenkommissionen gewesen.

Beide Wappen wurden von der Wappenkommission als "nicht ehrverletzend" vorgestellt - eine völlig deplatzierte Aussage! Wie sähe denn ein "ehrverletzendes" Wappen überhaupt aus? Natürlich gibt es auch Spottwappen, aber sicher nicht als Hoheitszeichen von staatlichen Körperschaften. Oder sind wir bereits soweit, dass ein Kreuz (das nach dem Stern am zweithäufigsten vorkommende Motiv in Schweizer Gemeindewappen) gegenüber Angehörigen anderer Religionen bereits als ehrverletzend eingestuft wird?

Hier folgt der Link zu weiteren Informationen zum Wappen von Glarus Nord und dessen Wertung:

 

http://www.stiftungswf.ch/fusion-gl-glarus-nord.htm

 

 

Schlussbemerkung

 

Trotz den verschiedensten Alleingängen der drei Wappenkommissionen zeigt sich eine gewisse Einheit bei allen drei neuen Gemeindewappen:

Alle drei enthalten die Linth als Symbol, Glarus Süd zusätzlich noch die Sernft. Alle drei Wappen haben ein Zählsystem: Bei Glarus und Glarus Nord verweist die Anzahl der Sterne auf die früheren Gemeinden, bei Glarus Süd übernehmen die Strahlen der Sonne diese Funktion. Und das ist schon alles. Keine Bezüge zur Geschichte und zur Kultur! Und der Hauptort des Kantons führt nun das schlechteste Wappen aller Kantonshauptorte der Schweiz.

 

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Hans und Maria Rüegg
LI-9495 Triesen