Heraldik

Zürcher Dorfwappen

 

 

Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich nicht mit den offiziellen Gemeindewappen, sondern mit Wappen, die von einzelnen Dörfern ausserhalb des Hauptortes der Gemeinde, Weilern oder Ortsteilen sowie einigen Quartieren der Städte Zürich und Winterthur geführt werden. Im Zürcher Oberland, im Glatttal und auch in anderen Kantonsgebieten spricht man oft noch von „Aussenwachten“. Der Begriff „Gemeindefraktion“ ist im Gegensatz zum Bündnerland und dem Südtirol in unserer Gegend nicht üblich. Die Umschreibung „Ortsteilwappen“ entspricht dem Sachverhalt, klingt aber ungewohnt. In dieser Arbeit wird deshalb meistens von „Dorfwappen“ gesprochen, obwohl in vielen ländlichen Gemeinden auch das offizielle Gemeindewappen als Dorfwappen bezeichnet wird. Bei diesen Dorfwappen handelt es sich also um „nicht-offizielle“ Wappen, obwohl diese oft mit Gemeinderatsbeschlüssen abgesegnet und zum Teil sogar in ihren Briefköpfen und im Internet gezeigt werden. Es steht solchen Orten absolut frei, ein eigenes Wappen anzunehmen. Das Staatsarchiv sammelt alle Informationen über diese Wappen, sofern es davon Kenntnis erhält.

Diese Arbeit dient nicht der eigentlichen Erforschung der Dorfwappen, sondern ist eine Bestandesaufnahme auf der Ebene des Kantons, wobei nach Möglichkeit alle auffindbaren Informationen gesammelt und zusammengetragen wurden.

 

Kurze Einführung in die Welt der Wappen

Das Wappenwesen entstand im hochmittelalterlichen Rittertum. Die immer perfekter werdenden Hieb- und Stichwaffen verlangten nach entsprechenden Schutzvorrichtungen in Form von Rüstungen. Durch diese Rüstungen konnte man die kämpfenden Personen nicht mehr voneinander unterscheiden. Die Lösung wurde darin gefunden, dass man persönliche Kennzeichen auf den Schutzschild malte. Daher stammt auch der Ausdruck „etwas im Schild führen“. Der Schild wurde vor einem Fehdegang oder vor der Teilnahme an einem Turnier bemalt. Um die Schilde auch aus der Entfernung erkennen zu können, bildeten sich bestimmte Regeln in Bezug auf Farbwahl und Motivgestaltung heraus.

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Kriegsheraldik von der dekorativen Zierheraldik abgelöst. Die Wappen schmückten fortan auch die Portale zu den Behausungen der Adligen, Grabsteine und vieles andere mehr. Die Wappen konnten auch von Menschen „gelesen“ werden, die des Schreibens und Lesens nicht kundig waren.

Um sich in der Vielzahl der Wappen auszukennen, bildete sich der Stand des Herolds heraus. Die Herolde fungierten im Mittelalter als Ausrufer und Boten ihrer hochadligen Herren. Sie hatten auch um die Wahrung der ritterlichen Formen bei den Turnieren zu sorgen. Sie leiteten öffentliche Veranstaltungen des Adels, prüften die Abstammung von Ahnen und entwarfen Wappen. Von diesen Herolden stammen die ältesten Wappenbücher wie z. B. die Zürcher Wappenrolle. Reiche Abkömmlinge des Adels und zu Reichtum gelangte Bürger schmückten ihre Wohnräume mit Wappen, wie z. B. der Rittersaal im Haus zum Loch, der im Schweizerischen Landesmuseum nachgebaut ist.

Anstelle der Unterschriften wurden im Mittelalter die Urkunden mit Siegeln versehen, die je länger je mehr nicht mehr Abbildungen der betreffenden Person, sondern deren Wappen aufwiesen. Mit dem Aufkommen der Städte und der Ausbildung der Marktrechte begannen auch die Städte eigene Wappen zu führen bzw. erhielten eines von ihrem Schutzherrn verliehen.

Im Anhang werden die heraldischen Fachausdrücke, die häufigsten Wappenmotive und andere Besonderheiten erklärt:
Adler, Allianzwappen, Antiquarische Gesellschaft Zürich und Gemeindewappenkommission, Bezirk, Bewehrung, Blasonierung, Brisüre, Burg, Christentum, Dreiberg, Fabeltiere, Feuerwehr und Löschwesen, Fahne, Flagge, Familienwappen, heraldische Farben, Farbregel, Feuerwehr und Löschwesen, gebildet oder gesichtet, Gemeindezusammenschlüsse und Eingemeindungen, gemeine Figuren, Handelsmarke, Haus zum Loch, Hausmarken, Heraldik, Heroldsbilder, Kreuz, Krone, Landvogteien, Lehenswesen, Lilie, Logo, Löwe, Minnesänger, Mühlrad, Pflugschar, Rangfolge bei der Beflaggung, Rechts und Links in der Heraldik, redende (sprechende) Wappen, Rose, Schildhalte, Siegel, Staatswappen und Staatsflagge, Stern, künstlerischer Stil, Stilisierung, Tiere, Turnier, Wacht, Wappen, Wappenrecht, Wappenrolle von Zürich, Wasser, Zunftwappen

Einige Beispiele von Dorfwappen

Loo (Gemeinde Affoltern am Albis)

Nach dem Pfründenbuch der Stadt und Landschaft Zürich führte Loo-Fehrenbach 1743 als Zivilgemeinde ein eigenes Wappen. Auf der Gygerschen Kantonskarte von 1667 ist Loo rechts des Jonenbaches noch eine Burg der Herren von Loo eingezeichnet und deren Wappen dargestellt. In Stumpf’s Chronik, Buch VI von dem Zürichgow, ist nachzulesen: „An 1406, Ulrich von Loo, waren Burger zu Zürich. Ihr Waapen ist mitten durch getheilt. Hat unten 7 weiss und blau grad herunter gehende Striche, oben einen in blauem Felde herein marschierenden weissen Leuen“.

Stettbach (Stadtgemeinde Dübendorf)

Am 27. Mai 1990 sollte die Zürcher S-Bahn dem Betrieb übergeben werden. Zuvor, am Wochenende 19./20. Mai 1990 war ein grosses Einweihungsfest vorgesehen. Damit verbunden war auch die Namenswahl für den neuen Bahnhof am nördlichen Ende des neuen Zürichbergtunnels. Das zukünftige grosse Industriegebiet Stettbach/Hochbord musste an den öffentlichen Verkehr angeschlossen werden. So kam der einst verträumte Weiler Stettbach zu einem eigenen Bahnhof der S-Bahn. Am Einweihungstag wurde auch die S-Bahn-Lokomotive Re 450 004-7 auf den Namen Stettbach getauft. Da Stettbach kein Dorfwappen besass, wurde ein solches in aller Eile geschaffen. Das vom Vorstand des Ortsvereins ausgewählte Sujet wurde der Nomenklaturkommission eingereicht und kommentarlos genehmigt. Der blaue Wellenbalken symbolisiert den Namen gebenden Stetebach (stets fliessender Bach). Das obere Feld zeigt den 101 Jahre alten Dorfbrunnen und die senkrechte Mehrfachteilung von Rot und Silber im unteren Feld verweist auf die Verbindung zu Dübendorf. Die Stettbacher Fahne flattert nun auch auf dem Dorfplatz und das Wappen ist am Zugang zum Bahnhof angebracht.

Teufen (Gemeinde Freienstein-Teufen)

Die Herkunft des Teufener Sterns ist noch ungeklärt. Um 1925 bildete die Konstruktion des Teufener Sterns Bestandteil des Schulunterrichts. Das Sternwappen prangt am alten Schulhaus / Zivilgemeindehaus von Teufen. Soweit zurück zu denken ist, verwendet der Schiessverein Teufen das Sternwappen. Die Schulgemeinde Rorbas-Freienstein-Teufen verwendet in ihrem Briefkopf alle drei Wappen: Das halbe Mühlerad von Rorbas, den Löwen von Freienstein und den Stern von Teufen.

Dickbuch (Gemeinde Hofstetten)

Das Wappen nimmt Bezug auf den Dorfnamen und zeigt vier Buchenblätter in den Farben der Gemeinde. Um 1964 befasste sich der Schiessverein Dickbuch mit der Anschaffung einer neuen Vereinsfahne. Um sich vom Schiessverein Hofstetten zu unterscheiden wurde nach einem Motiv für ein eigenes Dorfwappen gesucht. Eine Umfrage bei der Dorfbevölkerung brachte mehrere Ideen zusammen und unter Beizug von Fachleuten entstand das vorliegende Wappen, das der Gemeinderat am 24. Dezember 1964 dem Staatsarchiv einreichte.

Bietenholz (Stadtgemeinde Illnau-Effretikon)

Das Wappen ist ebenfalls eine Neuschöpfung durch Hans Kläui im Jahr 1986. Der Name Bietenholz geht vermutlich zurück auf „zu dem bietenden Holz“ im Sinne eines eine Grenze gebietenden Holzes, eines Grenzwaldes zwischen den ehemaligen Landvogteien Kyburg und Greifensee. In diesem Sinne sind die zwei Tannen zu verstehen, die man sich beidseits einer Grenzscheide vorstellen kann. Das Tatzenkreuz besitzt eine doppelte Bedeutung: Einerseits als Grenzzeichen, eingehauen in Steinen, andererseits als Erinnerung, dass der Hof Bietenholz den Grundzins an die Pfarrkirche Illnau entrichten musste.

Tagelswangen (Gemeinde Lindau)

Das Wappen von Tagelswangen zeigt einen roten springenden Hirsch. Das Wappen findet sich unter anderem auf einem Windlicht. Solche Laternen, aus Leinwand verfertigt, dienten der Feuerwehr als Beleuchtung.

Üessikon (Gemeinde Maur)

Das Wappen geht zurück auf jedes der Familie Zollinger. Hans Zolliker (= Zollinger) liess es 1609 mit einer kleinen Änderung in der von ihm neu erstellten Mühle Üessikon anbringen.

Rieden (Gemeinde Wallisellen)

Die seinerzeit selbständige Gemeinde führte offiziell ein eigenes Wappen. Die älteste bekannte Darstellung des Wappens befindet sich auf der Archivlade von 1801. Nach dem Volksmund stellt es einen Rüden, einen männlichen Hund, dar. Althochdeutsch hiess „Rüde“ früher „ride“. Somit nimmt der Rüde des Wappens Bezug auf den Gemeindenamen, obwohl Rieden sich eigentlich von „Riet“ ableitet. (Riet = Schilfrohr, Ried = Ort wo das Schilfrohr wuchs). Heute wird das Wappen von den Riedener Vereinen (Männerchor, Schiessverein und Radfahrerverein) verwendet. „Eingefleischte“ alte Riedener hissen an Festanlässen sogar noch die Riedener Fahne.

Sitzberg (Gemeinde Turbenthal)

Am 26. Juni 1836 beschloss der Grosse Rat von Zürich „mit Hinsicht auf die abgeschiedene Lage und die besonderen örtlichen Verhältnisse“ den Bergbewohnern der Schulgemeinde Schmidrüti die Errichtung einer Filialkirche auf dem Sitzberg zu gestatten. Das Wappen der Kirchgemeinde Sitzberg ist in der Gemeindechronik (Hans Kläui, Geschichte der Herrschaft und Gemeinde Turbenthal, Politische Gemeinde Turbenthal, 1960, Band 2, Seite 325) dargestellt. Es befindet sich eingemeisselt auf dem Brunnenstock vor der Kirche und auf der im Jahr 1919 umgegossenen Glocke. Es war auch eine Fahne vorhanden, die gehisst werden konnte (Brief vom 10. Mai 2006 von Pfr. Silvio Marti, Winterthur, Pfarrer in Sitzberg 1957-1966). Das Wappen von Sitzberg erscheint bereits auf der Wappentafel der Zürcher Gemeinden des Lithographen Johannes Krauer, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts herausgegeben wurde. Der Ring dürfte an das Wappen der Herren von Breitenlandenberg anknüpfen.

 

Riedikon (Stadtgemeinde Uster)

Das Wappen war laut mündlicher Überlieferung schon Anfangs de 19. Jahrhunderts in Verwendung. Es ist jedoch nicht mehr rückzuverfolgen ob diese Angabe stimmt, da die Belege im Laufe der Jahre verloren gingen (Windlicht abgebrannt 1913, Wappentafel" seit 1917 unauffindbar). Die ursprüngliche Farbgebung "schwarz auf silbernem Grund" wurde durcheine eine rote Einfärbung des in der Mitte stehenden Ruders farblich noch aufgewertet. Der Quartierverein wurde 1964 gegründet. 

Sulzbach (Stadtgemeinde Uster)

Das Wappen beruht auf dem so genannten "Sulzbacher Fähnlein", das an Festtagen jeweils das Schulhaus schmückte. Bei dieser Fahne handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine alte Schützenvereinsfahne, die durch Tradition nun zum Zivilgemeindewappen geworden ist. Genaues Alter der Fahne ist nicht bekannt, sie dürfte höchst wahrscheinlich Anfangs des 20. Jahrhunderts entstanden sein. Die Armbrust war ursprünglich braun und musste aus heraldischen Gründen golden eingefärbt werden. Der Quartierverein wurde 1986 gegründet. 

Zimikon (Gemeinde Volketswil)

Zimikon war die kleinste aller fünf Zivilgemeinden. Das Wappen ist nicht eindeutig einer adligen Familie zuzuordnen. In Edlibachs Wappenbuch erscheint es „dreimal schräg geteilt von Gold und Schwarz“ oder als Variante „in Gold zwei schwarze Schrägbalken“. Dieses Wappen wurde erst nachträglich am Rande angefügt und mit den Worten „de Zimikon“ versehen, was aber auch als „de Zünikon“ gelesen werden könnte.

Schalchen (Gemeinde Wildberg)

Das Wappen von Schalchen geht auf die „Herren von Schalken“, Dienstleute der Grafen von Kyburg, zurück und zeigt im silbern/rot-gespaltenen Schild ein Hirschgeweih in gewechselten Farben. Walter, Ritter von Schalken, gilt als Gründer der Kirche von Wildberg. Ulrich war 1315 Schenk des Herzogs Leopold von Österreich. Hans Conrad von Schalken war 1378 Pfarrer zu Wildberg, der seinem Amte ruhmwürdig vorstand, weshalb ihm nach seinem Tod lange Zeit alle Sonntage Gedächtnis gehalten wurde. Die Herren von Schalken waren Wohltäter der Klöster Töss und Rüti.

Rudolfingen (Gemeinde Trüllikon)

Die Gemeinde Trüllikon besteht aus den Dörfern Trüllikon, Rudolfingen und Wildensbuch. Jedes Dorf bildet für sich eine eigene Zivilgemeinde. Alle drei Wappen werden nicht nur im Briefkopf der Gemeindeverwaltung geführt, sondern prangen u. a. auch auf dem Schulbus. Das Wappen von rudolfingen zeigt zwei Trauben und zwei Kornähren und nimmt Bezug auf die Landwirtschaft (Acker- und Weinbau).

Die S-Bahn-Lokomotive Re 450 100-3 trägt den Namen „Rudolfingen“ und auch das Dorfwappen.

Ohringen (Gemeinde Seuzach)

Das Ohringer Wappen geht auf die Familie Keller zurück. Diese Familien wohnten bereits in früheren Jahrhunderten in Unter- und Oberohringen und waren Gotteshausleute des Klosters Kreuzlingen. Das Kreuz verweist auf diese Zugehörigkeit der Vorfahren der Familie Keller. Dieses Familienwappen wurde von der Zivilgemeinde übernommen und erscheint heute zusammen mit dem Seuzacher Wappen auf der „Dorfzytig für Seuzach und Ohringen“.

Hegi (Stadt Winterthur)

Hegi liegt im Stadtkreis Oberwinterthur und führt das Wappen der Herren von Hegi. Deren Stammsitz, eine der wenigen Wasserburgen in Kanton Zürich, ist das Wahrzeichen des Dorfes. Die Herren von Hegi sind erstmals 1225 als Kyburgische und Konstanzische Ministerialen erwähnt. Hugo von Hegi war 1342/43 Schultheiss der Stadt Winterthur. Das Wappen wird heute vom Ortsverein Hegi-Hegifeld verwendet.

Feldbach (Gemeinde Hombrechtikon)

Das Feldbacher Wappen entstand 1977. Die beiden goldenen Figuren entstammen dem Wappen der alteingesessenen Familie Bühler. Deren Stammhaus „Mühle“ wurde 1636 erbaut. Bis 1762 baute die Familie noch weitere Zürichsee-Weinbauhäuser, die heute als charakteristische Häusergruppe unter eidgenössischem Ortsbildschutz stehen. Die obere Figur zeigt die alte Bühler-„Hausmarke“, die von Hans Kläui als Hakendreipass bezeichnet wurde. Das Mühlrad bezieht sich auf das Stammhaus der Familie, die noch weitere Mühlen im Zürcher Oberland betrieb. Der silberne Wellenbalken steht für den Namen des Dorfes. Der Name ist bereits 873 urkundlich belegt mit „Velebach“, was soviel bedeutet wie Bach mit Weidenbäumen (althochdeutsch: Felwa). Das Feldbacher Dorfwappen ziert das Schulhaus in Feldbach und die S-Bahn-Lok Re 450 045-0.

Ringlikon (Gemeinde Uitikon)

Gemäss dem Fragebogen der Wappenkommission der Antiquarischen Gesellschaft von 1917 sind zwei Gemeindestempel der damaligen Zivilgemeinde mit drei nebeneinander stehenden, verschlungenen Ringen vorhanden. Auf einem Windlicht, auf der Wetterfahne des Kirchturms und an der Schulhaustüre des Schulhauses Uitikon-Ringlikon fanden sich Wappen mit einem einzigen Ring. Zweifellos bezieht sich der Ring auf den Namen des Ortes. Im Wappenbuch des Gerold Edlibach, in der Stumpf-Chronik und auf der Gyger-Karte findet sich das Wappen Ringlikon mit einem Ring. Das Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich verzeichnet kein Adelsgeschlecht dieses Namens. Hingegen ist 1338 in den Ratslisten ein Zunftmeister Johannes Ringlikon bezeugt.

Herschmettlen (Gemeinde Gossau)

Zwei silberne Tabakpfeifen auf blauem Grund kennzeichnen die Schulwacht Herschmettlen. Dieses originelle Motiv führte schon zu verschiedenen Spekulationen. Die Herschmettler müssen durch extremes „Tubäklen“ aufgefallen sein. Tatsächlich finden sich noch heute in den Äckern rund um dass Dorf weisse Tonpfeifenköpfe (Holländerpfeifen), die im 19. Jahrhundert gebräuchlich waren, ehe sie durch praktischere, hölzerne Krummpfeifen abgelöst wurden. Alte Herschmettler Gewährsleute bestätigen, dass noch vor hundert Jahren jeder Dorfbursche nach seiner Konfirmation Pfeife rauchen „musste“ – sonst wäre er kein Mann gewesen!

Ürikon (Gemeinde Stäfa)

Das Dorfwappen von Ürikon geht auf die Herren von Ürikon zurück. Diese sind als ritteradliges Zürcher Geschlecht für 1229-1321 belegt und wahrscheinlich über Herkunft oder Heirat auch mit den späteren Rapperswiler Grafen, ihren Dienstleuten, verwandt. Der letzte Üriker, Ritter Albrecht, liquidierte 1315 seinen Besitz und fand vermutlich bei Morgarten den Tod. Vertreter der Üriker Familie Wirz gelangten zu grossen Ehren und erlebten 1492 die Erhebung in den Ritterstand und durften fortan das Wappen der einstigen Edlen von Ürikon führen und sich „von Ürikon“ nennen.

Die S-Bahn-Lokomotive Re 450 028-6 führt Namen und Wappen von Ürikon.

Au (Stadtgemeinde Wädenswil)

In der Informationsbroschüre „Wädenswil von A bis Z“ des Stadtrates findet sich unter dem Stichwort „Au“ folgender Eintrag: "Au ist den Wädenswilern kein Schmerzensschrei. Mit eigener Fahne, Bahnstation und Schifflände, eigenem Seeli und der einzigartigen Halbinsel ist dieser Ortsteil ein Juwel am Zürichsee." Nur wusste auf der Stadtverwaltung niemand etwas von der Fahne von Au !

Der Quartierverein Au setzte ihr Logo in den Wappenschild des Kantons Zürich. Im heraldischen Sinn kann das nun kein Wappen mehr sein, denn es verstösst gegen zahlreiche Regeln der Heraldik. Dieses „Wappen“ ist in diese Sammlung aufgenommen worden um zu zeigen, dass unwissende Grafiker sehr wohl beraten wären, wenn sie bei solchen Aufträgen jemanden mit heraldischen Fachkenntnissen beiziehen würden. Hingegen könnte das Logo durchaus auf einer Fahne angebracht werden, aber ohne die Schrägteilung aus der Zürcher Fahne. Zahlreiche Firmen beflaggen ihre Firmensitze mit ihren Logos.

Das „Wappen“ des Quartiervereins verunziert auch die S-Bahn-Lok Re 450 078-1, die auf den Namen “Au“ getauft wurde.

Kollbrunn (Gemeinde Zell)

Von der Schule und mehreren Kollbrunner Vereinen wird ein Wappen geführt, das auf die Herren von Liebenberg zurückgeht. Deren Burg ist heute nur noch rudimentäre Ruine, stand aber auf dem Gebiet der ehemaligen Zivilgemeinde Kollbrunn. Die Liebenberger (urkundlich fassbar von 1180 bis 1361) waren Dienstleute auf der nahen Kyburg und hatten das Hofamt eines Mundschenks, was durch ihr Wappen zum Ausdruck kommt. Während die Herren von Seen die gräflichen Vorratskammern verwalteten, sorgten die Schenken von Liebenberg für das köstliche Nass, welches sie aus den herrschaftlichen Weinbergen beschafften. Das Wappen der Schenken von Liebenberg wurde bei Renovierungsarbeiten im Chorbogen in der Kirche von Zell freigelegt.

Die S-Bahn-Lokomotive Re 450 112-8 sollte offensichtlich auf den Namen „Kollbrunn“ getauft werden. Nach einem Foto im Internet fehlt das Wappen (es sind nur die Schraubenlöcher sichtbar). Gemäss Auskunft der SBB gab es nie eine Lokomotive „Kollbrunn“ – die Re 450 112-8 verkehrt heute unter dem Namen „Flurlingen“.

Zürich 1 rechts der Limmat (Quartierverein)

Das Wappen zeigt das mittelalterliche Grendeltor, das als Bestandteil der Stadtbefestigung 1445 erbaut und 1836 abgetragen wurde. Der Quartierverein stellte 1977 in der Quartierzeitung drei Vorschläge für ein Quartierwappen vor. Die Umfrage stiess auf ein geringes Echo und mit wenigen Stimmen wurde das Motiv „Grendeltor“ von Ernst Siegrist gewählt. In der „offiziellen“ Version ist der Tordurchbruch weiss und nicht blau. Somit wird der Anschein erweckt, dass das Tor geschlossen ist. Im Gegensatz zu den „normalen“ Stadttoren waren keine Torflügel vorhanden, sondern es wurde an Ketten ein Sperrbalken herabgelassen, der den Schiffen die Durchfahrt verwehrte.

Samstagern (Gemeinde Richterswil)

Samstagern führt kein Dorfwappen. Der Ursprung des Dorfnamens ist nicht restlos geklärt. In der populärsten und mündlich überlieferten Deutung geht es um das Einsammeln von Eicheln. Im Gebiet von Samstagern, das in der Richterswiler Allmend lag, durften einstmals die Allmendgenossen Eicheln auflesen, aber nur samstags. Aus dieser Tätigkeit hätte sich der Begriff „samstagern“ abgeleitet. Dieser Ausdruck wurde auch für „samstägliche Reinigungsarbeiten“ verwendet. In alten Urkunden und Überlieferungen geht es im Zusammenhang mit Samstagern immer um das Einsammeln von Eicheln. Wird es also einmal ein Samstagerer Wappen geben, kommen darauf sicher Eicheln vor, so wie heute schon auf den Fahnen zahlreicher Samstagerer Vereine.

Der Motorwagen ABe 12 der Südostbahn verkehrte unter dem Namen „Samstagern“, war aber mit dem Gemeindewappen von Richterswil versehen.

Seeb (Gemeinde Winkel)

Das Wappen geht auf eine Adelsfamilie „von Sewen“ zurück, über deren Zuordnung nichts Genaues bekannt ist. Der älteste Beleg erscheint im Wappenbuch des Gerold Edlibach (um 1490) und ist unmittelbar neben dem Schild der Familie „von Winkel“ platziert. Der Chronist Johannes Stumpf brachte als Erster die Familie „von Sewen“ mit der Siedlung Seeb in Beziehung und druckte das Adelswappen in seiner Chronik ab. Verschiedene Chronisten und Kartografen des 16. bis 18. Jahrhunderts (Aegidius Tschudi, Jos Murer, Hans Conrad Gyger, Johann Friedrich Meiss) übernahmen diese Zuordnung.

Adlikon (Gemeinde Regensdorf)

Am Pumpenhaus der Furttaler Gruppenwasserversorgung brachte Kunstmaler Schaad 1953 ein Wappen mit Halbmond und fünfstrahligem Stern in Gold auf blauem Schild an. In einem Gutachten vom November 1963 stellt Prof. H. Ruoff  fest, dass das Wappen mit dem Löwenkopf den Adlikern im Bezirk Andelfingen durch Siegel gesichert ist. Das Wappen der Gemeinde Niederglatt weist das gleiche Motiv und die gleichen Farben auf, der Halbmond ist jedoch gestürzt über einem fünfstrahligen Stern. Prof. Ruoff schlug deshalb vor, einen sechsstrahligen Stern neben dem Halbmond zu wählen. Die Gemeindeversammlung von Adlikon beschloss am 1. Februar 1965 das Wappen in der vorgeschlagenen Form anzunehmen.

 

 

Empfang der Olympia-Medaillengewinner (Athen) Patrick Heuscher und Stefan Kobel am 31. August 2004 in Kollbrunn und Langenhard. Neben anderen Fahnen sind die Fahnen des Armbrustschützenvereins Langenhard und des Schützenvereins Kollbrunn klar zu erkennen.

Trinkgläser mit den einzelnen Dorfwappen aus der Gemeinde Russikon (Foto: Max Mathys, Madetswil).

Das Neschwiler Wappen auf der Gemeindelade von 1842 im Ortsmuseum. Die „Lade“ ist ein truhenartiges Behältnis, in dem wichtige Dokumente wie Urkunden und Verträge aufbewahrt wurden. Die Truhe gilt als ältestes Möbelstück, in welchem Kleider, Geräte und andere Habseligkeiten aufbewahrt wurden. Die Truhe hatte den Vorteil, dass sie bei einem Brandausbruch mitsamt dem Inhalt einfacher in Sicherheit gebracht werden konnte als ein Schrank. (Foto: Robert Widler, Neschwil)

Ausschnitt aus der Murer-Karte mit den Wappen von Ringlikon und Sellenbüren

 

In der Stadt Uster wehen im Verkehrskreisel im Zentrum alle Flaggen der Aussenwachten und Stadtquartiere (mit einer Ausnahme alles ehemalige Zivilgemeinden)

 

Ämterscheibe von 1587 der Herrschaft Grüningen aus dem Schloss Grüningen
(das Original ist im Victoria und Albert Museum in London)
Foto: Michael Rüegg, Illnau

Als Vorbild für diese Wappenscheibe diente offensichtlich die offizielle Standesscheibe, auf der das Gebiet von Stadt und Republik Zürich durch die Ämterwappen dargestellt sind. Bei der Grüninger Wappenscheibe handelt es sich die heraldische Darstellung von Grund und Boden, um die Ortschaften, nicht um die Besitzer. Diese Scheibe bildet ein wichtiges und aufschlussreiches Dokument für die Verwendung der Wappen ausgestorbener Geschlechter und die Gleichberechtigung der Wappenführung im 16. Jahrhundert zu Stadt und Land.

In der Mitte der Scheibe steht das Grüninger Wappen. Dieses wurde vermutlich von einem auf der Burg hausenden Geschlechts dieses Namens als Stadtwappen übernommen und dient auch heute als Gemeindewappen. Es steht über den beiden einander zugeneigten Schilden der Stadt Zürich und wird von einem Halbkreis von Wappenschilden umschlossen. In der Mitte befindet sich das Wappen des Obervogtes, zu seiner Rechten steht das Wappen des Landschreibers, zur Linken der Schild des Untervogtes. Zu beiden Seiten schliessen sich die Wappen der Vertreter der 12 Gemeinden an.

Den äusseren Kreis bilden 32 Schilde mit den Wappen der im Amte Grüningen gelegenen Dörfer, Herrschaften, Höfe und Burgställe. Bei dieser Wappenreihe handelt es sich um die heraldische Darstellung von Grund und Boden, um die Ortschaften, nicht um die damaligen Besitzer, sondern um die Wappen des ausgestorbenen Adels. Von oben in der Mitte im Uhrzeigersinn gelesen sind das:

Gryffenberg, ehemalige Burg Greifenberg, Vogteisitz des Klosters St. Gallen vom 13. Jahrhundert bis 1798 auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Bärteswil (707.7/244.90)

Kempten, Wappen der Freiherren von Kempten, dessen Schildbord eigentlich golden statt silbern ist; heute Verwendung als Dorfwappen; Burg erstmals 1229 urkundlich erwähnt, im 17. Jahrhundert verlassen, auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Wetzikon (704.42/243.96)

Ürikon, Wappen der Ritter von Ürikon, das eigentlich zwei rote Pfähle auf Gold aufweist, auf dieser Scheibe aber fünf mal gespalten von Gold und Rot ist; die Ritterhäuser befinden sich in der heutigen Gemeinde Stäfa (699.82/232.33 und 699.86/232.32); heute Verwendung als Dorfwappen

Bubikon, Wappen der Kommende, einzges vollständig erhaltenes Ordenshaus der Malteserritter in der Schweiz (705.18/136.00). Im heutigen Wappen der Gemeinde Bubikon sind in den Feldern 2 und 3 des gevierten Schildes das Wappen mit dem Buchstaben B enthalten.

Fronsperg (Freundsberg, Fründsberg), Burgstelle auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Goldingen (713.67/238.06)

Guldinen

Fryenegg (Freyenegg)

Boll (Rütiboll)

Schirmensee, Burgstelle vermutet beim Weiler in der Nähe des Zürichsees auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Hombrechtikon

Liebenberg im Brand (Giel von Liebenberg), abgegangene Burg in der heutigen Gemeinde Mönchaltorf (697.43/239.41)

Holzhausen, Wappen der Herren von Holzhausen, die eigentlich zwei in sich verschlungene Schwanenhälse führten, Burgstelle auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Grüningen (698.70/236.45), heute Verwendung als Dorfwappen

Nossikon, Wappen des Hofes Nossikon, Verwendung durch die Zivilgemeinde und heute als Dorf- bzw. Quartierwappen (Stadtgemeinde Uster)

Egelsee

Berlikon, Weiler in der Gemeinde Bubikon

Ottikon, Wappen der Herren von Ottikon, heute Verwendung als Dorfwappen und als Hauptfigur im Wappen der Gemeinde Gossau, wobei der Otter schwarz in goldenem Feld gezeigt wird

Rossberg bei Wald

Bossikon, Wappen der Ritter von Bossikon, heute Verwendung als Dorfwappen; Burg auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Hinwil (704.5/240.25)

Aathal, Wappen der Ministerialen von Aathal, urkundlich nicht erwähnte Wehranlage auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Seegräben (700.54/243.70)

Dürnten, Wappen der Meier von Dürnten, seit 1927 offizielles Wappen der Gemeinde Dürnten

Tobel (auf  Wappenscheiben Nr. 408 und 535 des Schweiz. Landesmuseums „thobel oder stricken Berg“), Gemeinde Hombrechtikon

Batzenberg, Wappen der m 14. Jahrhundert bezeugten Herren von Batzberg, einem Zweig der Meier von Dürnten, Burgstelle auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Rüti (710.25/236.08)

Wald (auf Wappenscheibe Nr. 408 des Schweiz. Landesmuseums „Loupheim oder Wald“), eventuell Dorfwappen von Laupen

Hadlikon, Wappen der Herren von Haldikon, Burgstelle vermutet beim Weiler Hadlikon auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Hinwil, heute Verwendung als Dorfwappen

Hohenlandenberg, Wappen der Herren von Breitenlandenberg, seit 1926 offizielles Wappen der Gemeinde Wila

Bernegg, Wappen der Ritter von Bernegg, Burgstelle auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Hinwil (708.01/240.76), heute Verwendung als Dorfwappen

Ringwil, Wappen der Ritter von Ringwil, Wehranlage auf dem Geländesporn vom „Wildbach“ auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Hinwil (707.08/240.69), heute Verwendung als Dorfwappen

Hinwil, Wappen der Herren von Hinwil, seit 1926 offizielles Wappen der Gemeinde Hinwil

Windegg, Wappen der Herren von Windegg, Burgstelle auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Wald (712.02/237.20)

Zum Stäg, Wappen der Am Stäg (Steg im Tösstal ?)

Schwarzenberg

Rüti, Wappen des Klosters Rüti, seit 1928 offizielles Wappen der Gemeinde Rüti

Wetzikon, Wappen der Freiherren von Wetzikon, seit 1927 offizielles Wappen der Gemeinde Wetzikon

 

 

Die Wappen der Kirchgemeinde Oberglatt-Hofstetten sind auf der Glocke, die 1870 in der Glockengiesserei von Jakob Keller in Zürich-Unterstrasse gegossen wurde. Bemerkenswert ist, dass beim Oberglatter Wappen der Mond im Gegensatz zum heutigen Gemeindewappen über den Sternen liegt. Das ganze Geläute der 1962 abgebrochenen Kirche ist auf dem Friedhof Geeren aufgestellt (Foto: Michael Rüegg, Illnau)

 

Bearbeitete Wappen:

Affoltern am Albis:

Loo, Zwillikon

Bassersdorf

Baltenswil

Bertschikon:

Kefikon

Bülach:

Eschenmosen

Dübendorf:

Stettbach

Dürnten:

Tann

Egg:

Esslingen

Eglisau:

Tössriedern

Elsau:

Elsau, Oberschottikon, Unterschottikon

Feuerthalen:

Langwiesen

Freienstein-Teufen:

Teufen

Gossau:

Gossau, Bertschikon, Grüt, Herschmettlen, Ottikon

Grüningen:

Binzikon, Itzikon

Hausen am Albis:

Ebertswil

Herrliberg:

Wetzwil

Hinwil:

Bernegg, Bossikon, Hadlikon, Ringwil

Hofsteten:

Dickbuch

Hombrechtikon:

Feldbach

Illnau-Effretikon:

Agasul, Bietenholz, Bisikon, Effretikon, First, Horben, Kemleten, Mesikon, Moosburg, Ottikon, Rikon

Kappel am Albis:

Üerzlikon

Kleinandelfingen:

Alten, Örlingen

Küsnacht:

Goldbach, Itschnach

Laufen-Uhwiesen:

Laufen

Lindau:

Grafstal, Tagelswangen, Winterberg

Marthalen:

Ellikon am Rhein

Maur:

Äsch, Binz, Ebmatingen, Üessikon

Mettmenstetten:

Dachlissen, Herferswil, Rossau

Neerach:

Riedt

Neftenbach:

Hünikon

Niederhasli:

Mettmenhasli, Nassenwil, Oberhasli

Nürensdorf:

Birchwil, Breite-Hakab, Oberwil

Oberglatt:

Hofstetten

Opfikon:

Glattbrugg, Oberhausen

Ötwil am See:

Chrüzlen, Holzhausen

Pfäffikon:

Auslikon-Balm

Regensdorf:

Adlikon, Watt

Russikon:

Gündisau, Ludetswil, Madetswil, Rumlikon

Schleinikon:

Dachslern, Wasen

Seuzach:

Ohringen

Stadel:

Raat, Schüpfheim, Windlach

Stäfa:

Obere Wacht, Untere Wacht, Ürikon

Stallikon:

Sellenbüren

Steinmaur:

Sünikon

Thalheim an der Thur

Gütighausen

Trüllikon:

Rudolfingen, Wildensbuch

Turbenthal:

Sitzberg

Uitikon:

Ringlikon

Urdorf:

Niederurdorf

Uster:

Freudwil, Kirchuster, Nänikon, Niederuster, Nossikon, Oberuster, Rehbühl-Hegetsberg, Riedikon, Sulzbach, Wermatswil, Werrikon, Winikon-Gschwader

Volketswil:

Gutenswil, Hegnau, Kindhausen, Zimikon

Wädenswil:

Au

Wald:

Laupen

Waltalingen:

Guntalingen

Wallisellen:

Rieden

Wangen-Brüttisellen:

Brüttisellen

Weisslingen:

Neschwil

Wila:

Manzenhub

Wildberg:

Ehrikon, Schalchen

Winkel:

Rüti, Seeb

Winterthur:

Dättnau,  Hegi, Mattenbach (Stadtkreis), Neuburg, Reutlingen,  Steig

Zell:

Kollbrunn, Langenhard

Zumikom:

Gössikon

Zürich:

Quartiere Grünau, Hard, Rennweg, Zürich 1 rechts der Limmat

 

 

Geografische Verbreitung der Dorfwappen:

weiss = kein Dorfwappen, gelb = 1 Dorfwappen, orange = 2 Dorfwappen, rot = 3 Dorfwappen, hellblau = 4 Dorfwappen, pink = 5 Dorfwappen, dunkelblau = mehr als 5 Dorfwappen aufgefunden
(kein Anspruch auf Vollständigkeit)

 

Die Arbeit erscheint in zwei Broschüren in der Schriftenreihe "Schweizer Wappen und Fahnen":

Teil 1 umfasst die Dorfwappen aus den Gemeinden Affoltern am Albis bis Nürensdorf. Im Anhang werden die Stichworte von Adler bis Kreuz erläutert.
(ISBN 3-908063-10-8, 96 Seiten, 257 Abbildungen, Preis: Fr. 32.- inkl. Porto und Verpackung)

Teil 2 umfasst die Dorfwappen aus den Gemeinden Oberglatt bis zur Stadt Zürich. Im Anhang werden die Stichworte von Krone bis Zunftwappen erläutert.
(ISBN 3-908063-11-6, 112 Seiten, 280 Abbildungen, Preis: Fr. 32.- inkl. Porto und Verpackung

 

Bestellungen und weitere Informationen:
Bitte unten stehendes Emblem der Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen anklicken.

 

Aus dem Geleitwort zum 1. Teil

Im Heft Nr. 10 wird unseren verehrten Leserinnen und Lesern ein seltenes, aber eindrucksvolles Kapitel aus der unerschöpflichen Heraldik geboten. Mit den Zürcher Dorfwappen, die keine offiziellen Gemeindewappen sind, sondern als Zeichen von Ortschaften ausserhalb der Gemeindehauptorte, von Aussenwachten, Weilern, Ortsteilen und Quartieren geschaffen wurden, hat erstmals eine systematische Untersuchung dieser Zeugen der Anhänglichkeit zur engern Heimat begonnen. Teil 1 füllt das vorliegende Heft 10, Teil 2 inkl. Nachträge das nächste Heft 11, welches 2008 erscheinen wird.

Als Autor dürfen wir Ihnen Hans Rüegg vorstellen, einen waschechten Zürcher, der die Beziehungen zu seinem Heimatkanton intensiv pflegt, obschon er seit 40 Jahren im Fürstentum Liechtenstein lebt und arbeitet. Geboren am 9. Juli 1944 und aufgewachsen in Huggenberg, einem Weiler in der Gemeinde Hofstetten, ist das von seinen aus dem Tösstal stammenden Urgrosseltern erworbene alte Bauernhaus heute in seinem Besitz. Da es ihm aus familiären Gründen nicht vergönnt war, eine Lehre als Grafiker zu absolvieren, erlernte er den Beruf eines Buchbinders. Die Liebe zum Buch begleitet ihn noch immer, und aus dem Besuch der Freien Kunstschule Zürich erwarb er sich in jungen Jahren wertvolle und bleibende Erkenntnisse. Seine Lebensstelle fand Hans Rüegg in einem beispiellos aufstrebenden Bankinstitut in Vaduz, dessen elektronische Datenverarbeitung er von Anfang an miterlebte und betreute. Berufsbegleitend erwarb er das eidg. Diplom für Wirtschaftsinformatik. Nach 20 Jahren wechselte er in die interne Revision, drückte erneut die Schulbank und krönte seine Berufsarbeit mit dem eidg. Fachausweis für Treuhänder im Range eines Vizedirektors.

Der heraldische Virus befiel Hans Rüegg bei den vielen Besuchen von Burgen, Schlössern und Ruinen in der Schweiz und im Ausland, zusammen mit seiner Frau und den beiden Söhnen. Die Wappen übten auf den künstlerisch Interessierten eine besondere Faszination aus. Er publizierte verschiedene Arbeiten zum Thema neue Wappen als Folge von Gemeindezusammenschlüssen, wobei er mutig für eine einwandfreie Heraldik eintrat und Modeströmungen verwarf. Das Manuskript sowie die Titelseite dieses Heftes erstellte der Autor mit seinem Computer praktisch druckreif und schuf auch den Internetauftritt für unsere Stiftung. Dafür danken wir ihm und wünschen seinen Beiträgen den verdienten Erfolg.

Luzern, Zug, Winterthur
im Juli 2007

Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen
Der Stiftungsratspräsident:

lic.oec. Joseph Melchior Galliker

Aus dem Geleitwort zum 2. Teil

Nahtlos an das Heft 10 mit dem ersten Teil der Zürcher Dorfwappen schliesst sich das mit Spannung erwartete Heft 11 an und führt der interessierten Leserschaft den ebenso aussagekräftigen zweiten Teil vor Augen. Praktisch mit jeder Seite wächst das Staunen über die Reichhaltigkeit der historisch gewachsenen Wappenbilder, von denen im Laufe der Jahrzehnte etliche der Vergessenheit anheimgefallen sind, durch die Forschungen von Hans Rüegg und die freundlichen Hinweise vieler Lokalhistoriker und Gemeindebeamten aber wieder den Weg ins Bewusstsein der heimischen Bevölkerung gefunden haben. Die Publikation hat nicht nur die Abonnentinnen und Abonnenten in der Schweiz beeindruckt, es haben uns aus dem Ausland eine Reihe begeisterter Zuschriften erreicht. Stellvertretend erwähnen wir die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft „Adler“ in Wien mit ihrer Feststellung, wie vorbildlich dieses Thema durch einen so kompetenten Autor behandelt werden kann und soll.

Von besonderem Interesse sind die am Schluss beider Hefte gebotenen Hintergrundinformationen und Erklärungen wichtiger heraldischer Begriffe sowie anderer Besonderheiten in Form eines ausgewählten Glossars. Dabei vernimmt man teils unbekannte Einzelheiten über die Funktionsweise einer wasserbetriebenen Mühle, eines Pfluges oder von Gegenständen der Feuerwehr und des Löschwesens, die seit jeher als Träger von öffentlichen und privaten Wappen und Inschriften ausgewählt worden sind. Die Rangfolge bei Beflaggungen ist mit Vorteil immer wieder in Erinnerung zu rufen.

Die Unterbringung der bisherigen Forschungsergebnisse des Autors bedingte die Erhöhung der Seitenzahl von 96 auf 112, ohne dass der Kaufpreis erhöht wurde. Dies als kleines Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber unsern langjährigen und neuen Bezügern, die sich von einer guten Heraldik beflügeln lassen. Geschenke zur Freundschaft sind zu allen Jahreszeiten willkommen.


Luzern, Zug, Winterthur
im Januar 2008

Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen
Der Stiftungsratspräsident:

lic. oec. Joseph Melchior Galliker

 

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Hans und Maria Rüegg
LI-9495 Triesen